Aesculus hippocastanum L.
Arzneipflanze des Jahres 2008 Rosskastanie

Die ursprüngliche Heimat dieses schnellwachsenden, sommergrünen Baums ist der Balkan. Im 16. Jahrhundert wurde die Rosskastanie in den botanischen Gärten Wiens angepflanzt und kultiviert, später verbreitete sie sich dank der von den osmanischen Reitervölkern mitgeführten Kastanienfrüchten (Pferdefutter, Entwurmung) in ganz Europa bis hoch in den skandinavischen Raum. Die Rosskastanie erreicht Wuchshöhen bis zu 30 m, treibt große, fingerförmige Blätter und in der Blütezeit Mai bis Juni weiße, aufrecht stehende Blütenstände (Kerzen). Die Früchte sind von einer stacheligen Kapsel umhüllt, die beim Aufprall auf den Boden aufplatzt.
Rosskastanien können his zu 300 Jahre alt werden, allerdings sind sie als Flachwurzler verletzungs- und damit fäulnisgefährdet. Oft brechen sie durch das Gewicht ihrer schweren, weit ausladenden Äste. Traditionell findet man Rosskastanien als Schattenspender in Biergärten, wo sie früher auch die Aufgabe hatten, den Wärmeeinfall für die darunterliegenden Eis- und Lagerkeller der Brauereien zu verringern.
Inhaltsstoffe/Anwendung
Die Rosskastanienfrüchte enthalten 3 - 10 % eines Triterpensaponingemisches, das etwa 30 unterschiedliche Saponinglykoside sowie Flavonoide, Phytosterole und fette Öle enthält. Hauptwirkstoff ist das beta-Aescin, das bis zu 40 % des Saponingemisches beträgt.
Pflanzliche Wirkung
Die Hauptwirkrichtung betrifft das venöse System. Die Pflanzeninhaltsstoffe und damit vorrangig das Aescin wirken gefäßabdichtend, tonisieren die Venenwände und verringern die Ödembildung. Damit sind pflanzliche Zubereitungen aus Rosskastanienfrüchten seit langem sehr bewährt bei chronisch venösen Insuffizienzen, Krampfadern mit Schweregefühl in den Beinen, Beinschwellungen, Juckreiz und Hämorrhoiden.
Homöopathische Wirkung
Die homöopathischen Zubereitungen der Rosskastanie – vorwiegend in Tiefpotenzen – wirken auf den Pfortaderkreislauf und das venöse System. Wie bei der pflanzlichen Wirkung stehen auch bei der homöopathischen Anwendung Schwächen und Erkrankungen des venösen Systems wie Krampfaderbildung, Hämorrhoiden, Beinschwere, Ödembildung, etc. im Vordergrund.
Unser Komplexpräparat Wibotin HM enthält Rosskastanienextrakt in der Potenz D1. Krankheitszeichen für die Anwendung von Wibotin HM sind schmerzhafte Entzündungen der oberflächlichen Venen, Krampfaderbildung, venöser Stau und Schweregefühl im Verlaufsgebiet der betroffenen Venen und Hämorrhoiden.


