Chelidonium majus
Schöllkraut

Das Schöllkraut zählt zu den Mohngewächsen und ist in den warmen bis gemäßigten Klima-zonen Europas zu Hause. Die mehrjährige, stickstoffliebende, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 70 cm und entspringt einem weit verzweigten Wurzelgeflecht. Die Blätter sind gebuchtet und gestielt, die kleinen Blüten mit den vier gelben Blütenblättern bringen später etwa 5 cm lange, dünne Fruchtkapseln hervor, die kleine, schwarze, ovale Samenkörner tragen. Bei Verletzung der Stengel und Blätter tritt ein sattgelber, bitter schmeckender und giftiger Milchsaft aus. Der Name der Pflanze stammt vom griechischen Wort für die Schwalbe (Chelidon), deren Ankunft in den Beginn ihrer Blütezeit im Mai fällt.
Inhaltsstoffe/Anwendung
Schöllkraut ist reich an Alkaloiden. Ihre Konzentration im Wurzelstock beträgt je nach Jahreszeit und Standort bis zu 2 %, im frischen, krautigen Pflanzenteil etwa 0,5 %. Das Hauptalkaloid unter den 20 bekannten Alkaloiden ist Coptisin, daneben Chelidonin, Berberin, Chelerythrin, Spartein, Sanguinarin, Celidoxanthin u.a.m.
Pflanzliche Wirkung
Die Schöllkrautalkaloide haben in ihrer Summenwirkung eine leicht narkotisierende Wirkung. Sie entspannen die Darmmuskulatur, die Bronchien, die Herzkranzgefäße und die Gallengänge. Sie können jedoch Herzrhythmusstörungen, Lähmungen und starke Reizungen des Verdauungstraktes hervorrufen. Tödliche Komplikationen können durch Blutdruckabfall und Kollaps auftreten. Bei Hautkontakt mit dem Pflanzensaft können Hautreizungen auftreten; in der Volksheilkunde war der Saft ein oft verwendetes Mittel gegen Warzen
Homöopathische Wirkung
In der Homöopathie gilt Chelidonium majus als hervorragendes Leber- und Gallemittel. Beschwerden in Gallenblase und den Gallengängen mit Schmerzprojektionen in die rechte Schulter; gelbliche Haut und Skleren; harte, träge Stühle sowie Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen sind sichere Leitsymptome.
Chelidonium majus ist einer der fünf arzneilich wirksamen Bestandteile unseres homöopathischen Komplexmittels Hepar HOM (Tropfen). Es ist ein zugelassenes Arzneimittel zur Behandlung von Leber- und Galleerkrankungen und steht als Hepar HOM Inj. auch für intravenöse, intramuskuläre und intracutane Injektionen zu Verfügung.


