Colchicum autumnale L. Tödlich giftig!
Herbstzeitlose

Der Gattungsname Colchicum entspringt einer altgriechischen Legende über das geheimnisumwitterte Land Kolchis.
In der Antike war Kolchis eine Landschaft zwischen Kaukasus und der Ostküste des Schwarzen Meeres (Georgien).
In Kolchis gab es einen legendären Garten voll mit Giftpflanzen und Heilkräutern, aus dem die bekanntesten Giftmischer und Giftmischerinnen ihre Tinkturen brauten.
In der Mythologie lebte dort die Königstochter Medea. Sie war eine berühmte Giftmischerin, die alle Geheimnisse des Gartens kannte und damit wundersame Mixturen kreierte.
Sie sammelte mehrere Nächte lang Kräuter, um einen Zaubertrank zu brauen, der ihren Schwiegervater verjüngen sollte. Es fielen einige Tropfen von diesem Zaubertrank auf die Erde und es entstand daraus die gefährliche, ,,verführerische Herbstzeitlose“.
Colchicum autumnale ist eine ausdauernde Knollenpflanze.
Die im Herbst erscheinenden Blüten sind 15 bis 20 cm hoch und bestehen aus blass-violetten Blütenblättern. Zum Zeitpunkt der Blüte hat die Pflanze keine Blätter.
Die dunkelgrünen Blätter treten vor der Blüte auf und die Samen entstehen in einer Fruchtkapsel.
Achtung! Diese Pflanze ist tödlich giftig! Bereits 5 g Samen gelten für einen Erwachsenen und 1 - 1,5 g Samen für ein Kind als tödliche Dosis. Die Giftwirkung bleibt auch beim Kochen, bei der Lagerung und Trocknung erhalten!
Die tödlich giftige Pflanze ist auf keinen Fall zur Selbstmedikation geeignet und darf nur in homöopathischen Fertigarzneimitteln verwendet werden
Herkunft
Colchicum autumnale L. ist in Europa und Mittelasien beheimatet.
Homöopathische Wirkung
Die Schwerpunkte der Colchicum - Heilwirkung in der Homöopathie ist neben der Gicht ganz allgemein der Gelenkrheumatismus in seiner subakuten und chronischen Form. Die Verschlechterung der Schmerzen durch Nässe, Kälte kann man vom Standort der Pflanze auf nassen Wiesen ableiten. Hinzu kommt eine ausgeprägte Wetterfühligkeit und eine Verschlechterung durch Bewegung und Berührung. Auffallend ist die oft lähmungsartige Schwäche und die Wechselbeziehung zwischen den Gliederschmerzen und Störungen im Verdauungstrakt mit Schleimhautbeteiligung. Schmerzen in den Muskeln und auch die Sehnenscheidenentzündung zählen zum Krankheitsbild. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Dysurie = erschwerte und/oder schmerzhafte Harnentleerung (mit harnsäurereichem oder eiweißhaltigem Harn) bei Nierenreizung bzw. Nierenentzündung.


