Equisetum arvense L.
Ackerschachtelhalm

Der Ursprung dieser weit verbreiteten Pflanzengattung der Farngewächse liegt im Devon vor etwa 375 Mio. Jahren. Später bildeten die bis zu einem Meter dicken und 30 m hohen verholzenden Stämme den großen Teil der späteren Steinkohlewälder. Schachtelhalme sind mehrjährig und entspringen einem weit verzweigten Wurzelstock. Die oberirdischen, halmartigen und sporentragenden Pflanzen bilden an ihren Wachstumsknoten Blattscheiden, in denen die neue Sprossachse entspringt. Der Name Schachtelhalm geht darauf zurück, dass sich jeder Halmabschnitt (Sprossachse) leicht aus seiner Blattscheide herausziehen und zurückstecken lässt. Durch ihren hohen Kieselsäuregehalt (bis ca. 10 %) lagert die Pflanze in ihrer Zellwand Silikate ein und bildet so eine leicht rauhe Oberflächenstruktur; deshalb hat man früher den Schachtelhalm = Zinnkraut gerne zum Reinigen und Polieren von Zinngeschirr verwendet.
Die große Familie der Schachtelhalmgewächse umfasst heute etwa 15-20 Arten. Am bekanntesten sind der Wiesenackerschachtelhalm (Equisetum arvense L.) für Heilanwendungen sowie der giftige Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre).
Inhaltsstoffe/Anwendung
Zinnkraut ist reich an Kieselsäure, Flavonoiden (Quercetin- und Kampherglykoside) sowie geringen Mengen von Alkaloiden (Nicotin).
Pflanzliche Wirkung
Zinnkraut stärkt durch den hohen Kieselsäuregehalt das Stütz- und Bindegewebe und wirkt stark entwässernd und hautstoffwechselanregend. Weiterhin wurden experimentell antioxidative und leberschützende Wirkungen nachgewiesen. Gebräuchlich sind äußere Anwendungen wie Zinnkrautbäder (Dekokt ins Badewasser) sowie Umschläge, z. B. bei schlecht heilenden Wunden oder Hautunreinheiten.
Innere Anwendungen sind Zinnkrauttees zur Anregung der Diurese, besonders bei Infekten der ableitenden Harnwege, zur Durchspülung (z. B. Nierengries), bei Fastenkuren und ganz allgemein zur Entwässerung.
Homöopathische Wirkung
Zinnkraut (Schachtelhalm) ist in der homöopathischen Literatur unter der lateinischen Bezeichnung Equisetum zu finden. Gebräuchlich sind die Anwendungen der Urtinktur und den Tiefpotenzen bis D1 - D3. Klassische Indikationen im homöopathischen Sinne sind Beschwerden der unteren Harnwege mit Druck und Völlegefühl in der Blase, Störungen und Schmerzen beim Wasserlassen, Nierengries und Druckgefühl in der Nierengegend.
Unser homöopathisches Komplexmittel Nierano® HOM enthält Equisetum in der Urtinktur. Anwendungsgebiete von Nierano® HOM sind gemäß den Arzneimittelbildern der Einzelkomponenten entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege, z. B. akute und chronische Blasenentzündungen, schmerzhaftes Wasserlassen, Harnverhaltung sowie adjuvant bei Blasen- und Nierensteinen.


