Phytolacca americana
Kermesbeere

Die Kermesbeere (Phytolacca americana) ist in Nordamerika beheimatet, etwa 34 weitere Arten der großen Familie wachsen im tropischen und subtropischen Raum und in verwilderter Form in Europa. Das Wort Kermesbeere geht auf das persische Wort kermes = rot zurück. Oft wurde die Pflanze in der Nähe von Weinbergen angebaut, um dank ihrer rotfärbenden Eigenschaft blasse Rotweine nachzufärben.
Die Pflanze selbst zählt zu den Nelkengewächsen und erreicht Wuchshöhen von 1-3 Metern. Sie hat eine kräftige, rübenförmige Wurzel, glatte Stengel und bildet kurzstielige, eiförmige Blätter. Sie treibt im Juni bis September weiße Blüten und im August bis Oktober hängende Fruchtstände mit dunkelroten bis schwarzen Beeren. Die Kermesbeere zählt zu den mehrjährigen Pflanzen.
Inhaltsstoffe/Anwendung
Phytolaccatoxin, Mitogene und Saponine. Als giftig gilt die ganze Pflanze, hauptsächlich aber die Wurzel und die Samen; Intoxikationen mit gastrointestinalen Beschwerden, Krämpfen und Brechdurchfällen werden fast ausschließlich beim Verzehr von Beeren ausgelöst.
Pflanzliche Wirkung
Die pulverisierte Wurzel reizt Haut und Schleimhaut und führt zu Blasenbildung und Niesreiz. Die Hauptanwendung lag früher bei der Rotfärbung von Textilien und Gebrauchsgegenständen.
Homöopathische Wirkung
In der Homöopathie gilt Phytolacca als wichtiges Drüsenmittel, besonders bei entzündetem, geschwollenem Drüsengewebe des lymphatischen Rachenrings und der Ohrspeicheldrüse. Geschwollene, entzündete Mandeln, Schluckbeschwerden und einschießende Schmerzen ins Ohr sowie Schwellungen der Ohrspeicheldrüse sind dabei wichtige Leitsymptome. Veränderungen im Brustdrüsengewebe mit Entzündungen und Verhärtungen bei laktierenden Frauen sind ein weiterer Anwendungsbereich von Phytolacca. Hinzu kommt die Anwendung bei bestimmten rheumatischen Beschwerden.
In unserem homöopathischen Komplexmittel Otofren® ist Phytolacca americana einer der wirksamen Bestandteile bei akuter oder chronischer Mittelohrentzündung (Otitis media), bei Schwellungen und Schmerzen der Ohrspeicheldrüse und bei starken Schluckbeschwerden.


