Sabadilla officinalis
Läusekraut

Sabadilla officinalis (auch Schoenocaulon officinale oder Läusekraut genannt) ist eine Zwiebelpflanze und gehört botanisch zu den Liliengewächsen (Liliaceae). Der bis zu 2 m hohe Stengel trägt grünlich-gelbe Blüten, die in einer bis zu 50 cm langen Traube vereinigt sind. Die Blätter entstammen ebenfalls der Zwiebel und können eine Länge von bis zu 1 m erreichen. Die Frucht ist eine längliche Kapsel mit äußerlich schwarzbraunen, innen weißen Samen. Aus den reifen Samen wird die homöopathische Urtinktur hergestellt.
Der Name "Sabadilla" stammt aus dem Spanischen und bedeutet Gerste, da die Frucht ähnlichkeit mit der der Gerste hat.
Die Samen enthalten verschiedene Alkaloide, von denen sich das Veratrin auch im europäischen Verwandten, dem weißen Germer (=Veratrum album), wiederfinden lässt.
Herkunft
Sabadilla ist in Mexiko, im mittleren Nordamerika, in Venezuela, Guatemala und auf den Westindischen Inseln beheimatet.
Geschichte
Missionare, Seefahrer und Soldaten behandelten früher ihre Kleidung mit einem Pulver aus Läusesamen, um sich vor Läusen zu schützen. In Europa wurde diese Art der Verwendung etwa ab dem 16. Jahrhundert unter Beimengung von Rittersporn und Tabak praktiziert (sog. Kapuzinerpulver).
Homöopathische Wirkung
In der Homöopathie hat Sabadilla seine Hauptwirkung auf Nasen- und Tränendrüsenschleimhäute und wird bei Heuschnupfen, Tränenfluß, spastischem Niesen mit Laufschnupfen und Nasenkatarrh verwendet. Der Patient neigt zur Nervosität, Ängstlichkeit und hypochondrischen ("eingebildeten") Vorstellungen.
Bei Kreislaufschwäche verbunden mit Schwindelgefühl, Schwärze vor den Augen und Ohnmacht wird Sabadilla ebenso eingesetzt.
Sabadilla (Schoenocaulon officinale) ist als arzneilich wirksamer Bestandteil gegen Schwindel in dem Komplexmittel "Vertizin®" der Fa. Pflüger enthalten.


