Taraxacum officinale
Löwenzahn

Ursprungsheimat des Löwenzahns ist Europa und das westliche Asien, seine Verbreitung reicht bis nach China, wie die Aufzeichnungen aus der Chinesischen Pharmakopoe belegen.
Löwenzahn gehört zu der Familie der Korbblütler. Seine feste, 1-2 m lange Pfahlwurzel bringt Blattkränze und Blütenstiele hervor und kann bei deren Verletzung oder Entfernung an anderer Stelle sofort neue Vegetationspunkte bilden. Die Blütenstandstiele erreichen 30 bis 40 cm, tragen satt-gelbe Blütenstände (Butterblumen) und enthalten den bekannten milchigen Pflanzensaft. Löwenzahnblüten sind begehrte Bienenweiden; etwa 100 000 Blütenbesuche sind für die Gewinnung von 1 kg Honig nötig!
Die Vermehrung und Verbreitung der Pflanze erfolgt durch den Wind; die kleinen Früchte mit ihren haarigen Flugschirmen bilden im Herbst auf dem Kopf des Blütenstandes die „Pusteblume“. Die Hauptblütezeit reicht in Mitteleuropa vom April bis weit in den Spätherbst.
Inhaltsstoffe/Anwendung
Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Löwenzahns sind Inulin, Cholin, Ascorbinsäure, Nicotinsäure, Retinol, Harze, Triterpene, Kalium sowie die Bitterstoffe Taraxacin, Taraxacerin, Taraxasterol und Taraxerol. Der Inulingehalt der Wurzel ist sehr stark jahreszeitlich abhängig; er beginnt bei etwa 1,5 % im Frühjahr und erreicht mit 50 % sein Maximum im Herbst.
Pflanzliche Wirkung
Das Löwenzahnkraut zählt zu den klassischen Leber- und Gallemitteln. Es unterstützt mit seinen Bitterstoffen die Entgiftung der Leber, regt den Gallefluss und die Bildung der Verdauungssäfte an und fördert die Diurese. Löwenzahnkraut ist in der Volksheilkunde stets ein wichtiger Bestandteil von „blutreinigenden“ Teemischungen, besonders bei rheumatischen Beschwerden, Gicht, Wasseransammlungen und Hautekzemen. Der Löwenzahnsaft wurde, wie auch der des Schöllkrauts, gerne zur Behandlung von Warzen verwendet
Homöopathische Wirkung
In der homöopathischen Anwendung wird die ganze, frische, blühende Pflanze nach dem Homöopathischen Arzneimittelbuch verarbeitet und zur Behandlung von Verdauungsstörungen mit trägem Gallefluss und Leberleiden verwendet. Häufige Symptome sind Meteorismen und Blähungsbeschwerden, Druck in der Lebergegend und Völlegefühl sowie ikterische Hautveränderungen.
Das Löwenzahnkraut ist eines der wirksamen Bestandteile unseres homöopathischen Komplexpräparates Heparanox® H (Tropfen, 50/100 ml). Anwendungsgebiete sind Lebererkrankungen. Bestandteile wie Berberis, Lycopodium und Solidago erzielen gleichfalls Einfluss auf die Nieren- und Blasenfunktion und fördern insbesondere die Diurese.


