Viscum album
Mistel

Es gibt viele Geschichten, Legenden und Mythen um die Mistel. Der Kuss unter dem Mistelzweig ist wohl die berühmteste Geschichte um diese Pflanze.
Die Mistel gehört zu den Pflanzen, die eine starke Bindung zur Mythologie haben: Die Druiden betrachteten die auf Bäumen wachsende Mistel als Himmelsgabe, die bei großen Feierlichkeiten mit einer goldenen Sichel eingeholt wurde.
Sie war ein Zeichen der Götter, dass sie selbst in dem Baum, auf welchem die Mistel wuchs, anwesend seien.
Zur Zeit der Kelten wurde sie als dämonenabwehrende und heilige Pflanze verehrt. Im Mittelalter galten die Früchte als Mittel gegen alle Gifte. Das Umhängen von Beeren in einem Amulett oder das Anbringen eines Mistelzweiges an der Haustüre sollte vor Verwünschungen und Verhexungen schützen. Im Altertum glaubte man auch, ein Mistelzweig könne verborgene Schätze aufspüren.
Die Mistel wächst als Halbschmarotzer auf Bäumen. Mit Hilfe ihrer Wurzeln zapft sie die Bäume an, auf denen sie siedelt. Die Mistel hat immergrüne, ledrige, eiförmige Blätter. Im Frühjahr erscheinen unscheinbare gelblich-weiße Blüten.
In den Wintermonaten sieht man am deutlichsten, wo sie nistet. Als grüner Ball hängt sie in den Zweigen von verschiedenen Laubbäumen.
Herkunft
Herkunft
Die Mistel ist in Asien und Europa beheimatet.
Pflanzliche Wirkung
Mistel in Arzneimitteln
In der Pflanzenheilkunde wird die Mistel traditionell bei Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt.
Große Bedeutung hat die Verwendung von Blättern, Blüten und Stengeln als Extrakt in der Therapie von Tumorerkrankungen. Eine große Anzahl für die Wirkung verantwortlicher Verbindungen konnte identifiziert werden. Heute hält man die Viscotoxine und Mistellektine für die entscheidenden Inhaltsstoffe.
Homöopathische Wirkung
Neben der Anwendung in der Phytotherapie wird die Mistel erfolgreich in der Homöopathie eingesetzt.
Im Vordergrund steht der positive Einfluss auf das Zentralnervensystem mit Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerz und Nervosität, sowie die Regulierung des Gefäßsystems mit Verbesserung der Durchblutung und Stabilisierung der Herzfrequenz. Neben den vielfältigen Erscheinungsbildern kardiovaskulärer Beschwerden wird die Mistel bei Katarrhen der Atmungsorgane bis hin zu Bronchialasthma und bei neuralgisch-rheumatischen Beschwerden verwendet.
Allgemein gilt: Von der Selbstbehandlung mit der Mistel ist abzuraten, da alle Pflanzenteile giftig sind.


