Homöopathische Komplexmittel – ihre Geschichte, ihre Merkmale und Vorteile
Der einzig mögliche Weg, die Wirkung eines homöopathischen Arzneimittels herauszufinden, war für Hahnemann die Testung eines Mittels an einer gesunden Person. Die beobachteten Symptome dienten als Anwendungsgebiete für die Behandlung der Kranken.
Eine Herausforderung für Hahnemann blieb jedoch die Behandlung chronischer Krankheiten.
Die Erkenntnis, dass die chronischen Erkrankungen eines Menschen ein multifunktionelles Geschehen wie fehlerhafte Lebensführung (Stress, Ernährung), falsche medikamentöse Behandlung mit Arzneimitteln oder genetische Veranlagung (Disposition) darstellen, wurde von Hahnemann erkannt und beschrieben. Er stellte eine Liste von Arzneimitteln mit breit angelegter Wirkung auf und gab häufig diese Mittel nacheinander oder im Wechsel. Bereits in diesem Vorgehen wird deutlich, dass ein Mittel für eine Krankheit oft nicht ausreicht. Einem Freund, dem Arzt Dr. Julius Aegidi, zollte er in einem Briefwechsel 1883 Lob und Zustimmung, weil dieser bei 233 Patienten Doppelmittel erfolgreich eingesetzt hatte und damit schnelle und sichere Genesung erzielt hatte.
Vom Doppelmittel zum Komplexmittel
Da Hahnemann diese Erkenntnisse nicht in seinen Werken veröffentlichte, wurde die Anwendung homöopathischer Doppel- oder Kombinationsarzneimittel von vielen Hahnemann Nachfolgern abgelehnt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden beispielsweise durch Graf Cesare Mattei, dem Arzt Zimpel und dem Apotheker Sauter Kombinationen von geprüften Arzneimitteln für verschiedene Anwendungsgebiete entwickelt. Die Komplexarzneimittel nach Zimpel und Theodor Krauß, einem Schüler Grafs Mattei, finden bis heute Anwendung und Berechtigung wegen erwiesener therapeutischer Erfolge.
Da die Pflanzen, die in der Homöopathie verwendet werden, keine Einzelstoffe sondern kleinere oder größere Wirkkomplexe enthalten, ist es nicht logisch, dass die Kombination zweier oder mehrerer Bestandteile von einzelnen Homöopathen immer noch nicht akzeptiert wird.
Arzneimittelmischungen – auch in der chinesischen Medizin etabliert
Vor dem Problem der Kombination mehrerer Mittel stand die traditionelle chinesische Medizin möglicherweise vor tausend Jahren. Heute verfügt sie über hochwirksame Mischungen in denen jeder einzelne wirksame Bestandteil seine spezielle Aufgabe hat und für die Gesamtwirkung unverzichtbar ist. Dieses Ergebnis kam zustande, weil die Suche nach wirksamen Kombinationen zugelassen und dokumentiert wurde.
Die Anwendung homöopathischer Komplexmittel ist der intensiven Arbeit einzelner Ärzte und Homöopathen zu verdanken, die entsprechend des Symptomenbildes des Patienten mehrere passende Mittel miteinander mischten und gleichzeitig verabreichten. Es wurden Einzelmittel mit unterschiedlichen Angriffspunkten miteinander kombiniert, um so ein größeres Symptomenspektrum abzudecken. Der Einsatz homöopathischer Komplexmittel gründet sich auf beobachtete Wirkung am Kranken, dass heißt auf empirisch gewonnenen Fakten. Die Beobachtungen lassen den Schluß zu:
- Die miteinander kombinierten potenzierten Einzelmittel stören sich in ihrer Wirkung nicht.
- Es entstehen neue Arzneimittel mit in Vergleich zu den Einzelkomponenten oft verbesserten Wirkungen.
Der akut Erkrankte wird durch den Einsatz eines homöopathischen Komplexmittels (im weiteren Rahmen als durch ein Einzelmittel) in seiner Abwehrleistung unterstützt, indem die bereits in Gang gesetzten körpereigenen Reaktionen durch das Arzneimittel in zumutbarer Stärke angeregt werden, wodurch die Krankheit schneller, sicherer und vollständiger überwunden wird. Die chronische Erkrankung bedeutet ein komplexes, aus dem Gleichgewicht geratenes Geschehen im Organismus.
Chronische Erkrankungen oft erfolgreicher mit homöopathischen Komplexmitteln therapierbar
Es wird eine Vielzahl von Schritten erfordern, den Körper dazu zu befähigen, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Homöopathische Komplexmittel bieten Ansatzpunkte auf diesem Weg. Das Ziel und der Anspruch der Komplexhomöopathie ist es, mit allen Vorteilen einer homöopathischen Behandlung im optimalen Umfang eine Krankheit zu behandeln und wenn möglich zu heilen. Die Erkenntnis der modernen Medizin, dass die Behandlung chronischer Krankheiten die Anregung ggf. die Reparatur blockierter Abläufe erfordert, rechtfertigt den Einsatz homöopathischer Komplexmittel. Während die Schulmedizin auf die Substitution des entstandenen Mangels in biochemischen Abläufen oder die kontinuierliche Hemmung einer überschießenden Reaktion im Körper setzt, arbeitet die Komplexmittelhomöopathie damit, die Blockade zu lösen durch Anregung verschiedenster physiologischer Abläufe, wie Ausscheidungsleistungen von Leber, Galle, Niere, Lunge, Darm und von Stoffwechselreaktionen in der Zelle oder an der Zellmembran.
Pflügers Komplexmittel
Der Homöopath Georg Pflüger, Grossvater des heutigen Inhabers, Apotheker Horst Pflüger, kannte die Einzelmittelhomöopathie und die Komplexmittelhomöopathie und wendete beide Verfahren je nach Notwendigkeit über Jahre an. Aus seinem Praxisalltag, den Erfahrungen und dem Wissen weiterer Zeitgenossen (Heilpraktiker, Ärzte, Apotheker und Biologen) wurde um 1930 die Pflüger Komplexmittelhomöopathiereihe geschaffen. Über Jahre wurde an den Zusammensetzungen gearbeitet und diese gemäß der empirischen Behandlungsergebnisse aus den Praxen optimiert. Georgs Sohn Alexander fertigte die homöopathischen Komplexmittel seines Vaters ab 1949 im industriellen Maßstab. Um den Behandlern eine individuelle Therapie zu ermöglichen, bestand das Sortiment aus mehr als 300 Mitteln.
Die Pflüger Komplexmittelhomöopathie kann auf 75 erfolgreiche Jahre im Dienste der Patienten, Homöopathen und Ärzte weltweit zurückblicken. Durch jahrzehntelanges Sammeln von Fallberichten, durch klinische Doppelblindstudien, durch den Erfahrungsaustausch mit Heilpraktikern und Ärzten in Praxen, auf Seminaren und Kongressen wächst das Wissen um die homöopathischen Arzneimittel von Pflüger ständig. Immer wieder werden neue Arzneimittel entwickelt – den Notwendigkeiten neuer Erkenntnisse und besonderer Krankheitsbilder folgend.
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