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Dank starker Leistung vor Dirk Strothmann – Heckmann schnellste Frau
Werther (WB). Als Bürgermeisterin Marion Weike den Startschuss abfeuern will, streikt kurzzeitig die Pistole. Doch das bleibt die einzige Panne an diesem strahlend schönen Herbsttag: ein Böckstiegel-Lauf wie aus dem Bilderbuch – schöner als die sechste Auflage hätte ihn der berühmte Namensgeber nicht malen können.
Absoluter Teilnehmerrekord mit 1353 Sportlern im Ziel, stimmungsvolle Atmosphäre an der Strecke. Und ein Sieger, der nach seinem schwarzen Tag fünf Jahre zuvor an gleicher Stelle seit diesem Samstag auch ein Fan des schweren 18-km-Kurses ist. Bei Kilometer 13 war ich damals mit Magen- und Darmproblemen am Ende. Diesmal habe ich mich an der Marke gut gefühlt. Das hat mir noch einmal einen Schub gegeben, sagt Ingmar Lundström.
Der 37-jährige Isselhorster dominiert ein stark besetztes Feld und distanziert seinen ärgsten Konkurrenten Dirk Strothmann am Ende um gut eine Minute. Der Top-Läufer vom Ausrichter LC Solbad muss die starke Form seines ehemaligen Clubkameraden an diesem Tag anerkennen: Ich habe im langen Anstieg bei Kilometer sieben versucht, Ingmar’s Tempo mitzugehen, aber das war heute zuviel. Berg runter haben hinterher die Beine zugeacht.
Im ersten langen Gefällestück zum Gasthaus Bergfrieden schließt Strothmann zwar wieder auf und forciert selbst das Tempo. Aber als es dann wieder berghoch und in das letzte kleine Waldstück ging, habe ich gemerkt, dass Dirk Probleme bekommt, schildert Lundström die entscheidende Phase. Der eigentliche Topfavorit Marcus Biehl (LG Lage-Detmold) ist da schon ausgeschieden: Ein dringendes Bedürfnis zwingt ihn zum unfreiwilligen Stopp an einem Baum, als es gerade in den schweren Hengeberg-Anstieg geht, und dann meldet sich auch die Bänderdehnung im Sprunggelenk schmerzhaft zu Wort. Böckstiegel-Debütant Volkmar Rolfes (TuS Eintracht) nutzt dies, um knapp vor dem Ex-Salzuflener Ulrich Petri auf Platz drei zu laufen: Bergab lief es bei mir super, berghoch machte sich das eingeschränkte Training bemerkbar. Aber die Strecke hat es in sich: Als endlich das Schild ›noch 500 m‹ aufgetaucht ist, war ich heilfroh.
Auf diesem Abschnitt hilft schon die lautstarke Unterstützung der Wertheraner an der Strecke. So eine Stimmung habe ich hier noch nie erlebt, stellt Johannes Riecke fest. Der Wertheraner begleitet schon seit Jahren jeweils die führende Frau auf dem Mountainbike und hat – wie 2006 – Dr. Kirsten Heckmann (SV Brackwede) zum überlegenen Erfolg lanciert. Die Rechnung der Mathematikerin ist aufgegangen: In 1:10:32 läuft sie ihre bisher beste Zeit auf dem schweren Kurs von Peter aufm Berge bis zum Venghaussplatz. Kirsten Heckmann freut sich über einen gelungenen Test für den geplanten Start beim Essen-Marathon am 11. Oktober: Im langen Hengeberg-Anstieg dachte ich schon: Jetzt geht nichts mehr. Aber auf Asphalt rollte es dann hinterher wieder besser.
So ergeht es auch vielen der Hobbyläufer unter den exakt 919 Finishern, die am Ende das Ziel über 18 km erreichen. Die strahlende Septembersonne sorgt mit Temperaturen von gut 20 Grad indes dafür, dass sich für manchen die letzten gut drei Kilometer vom tiefsten Punkt der Strecke bis zum Ziel schier endlos dehnen. Gut meistern dies die schnellsten Wertheraner, die besonders geehrt werden: Raoul Kempmann läuft als Gesamtelfter gut eine halbe Minute schneller als im Vorjahr, Sabine Engels (Sechste) sogar fast genau eine Minute.
Quelle: Westfalen-Blatt Nr. 225, Mo. 28.09.09, von Gunnar Feicht und Sören Voss (Text und Fotos) |