Hauptlauf-Sieger Ingmar Lundström setzt mit Bestzeit dem Teilnehmerboom die Krone auf
Gütersloh. Gut, dass die Planer die Wege im Stadtpark großzügig angelegt haben. Sonst wäre es Samstag ganz schön eng geworden. Mit rund 1.200 Teilnehmern verbuchte die 3. Auflage von „Gütersloh läuft“ auch den dritten Rekord. „Langsam stoßen wir an unsere Grenzen“, sagte Cheforganisator Peter Bunnemann, dessen Freude fast das strahlende Lächeln der beiden Hauptlaufsieger Ingmar Lundström und Melanie Genrich (beide DJK Gütersloh) übertraf.
Die vier Runden über insgesamt 9,2 Kilometer erwiesen sich mit 339 Finishern (2008: 248) als größter Renner. Wegen des großen Andrangs am Anmeldeschalter musste der Start sogar um 20 Minuten verschoben werden. „Das war ganz schön hektisch hier“, berichtete Oliver Knufinke, einer der vielen Helfer vom Mitausrichter DJK Gütersloh.
Die verlorene Zeit schienen zwei Läufer wettmachen zu wollen. Dirk Strothmann (LC Solbad Ravensberg) und Ingmar Lundström preschten Seite an Seite voraus, bis der 37-jährige Gütersloher 300 Meter vor dem Ziel den Spurt anzog und mit Streckenrekord von 29:50 Minuten seinem Konkurrenten um drei Sekunden das Nachsehen ließ. „Ich war heute der Lutscher“, gestand Lundström ein, Strothmann die meiste Zeit die Führungsarbeit überlassen zu haben. „Nicht schlimm“,entgegnete der Borgholzhausener, dem die „klasse Atmosphäre“ an dem auf die zentrale Wiese verlegten und gut besuchten Start-und-Ziel-Bereich sichtlich beeindruckte. Vorjahressiegerin Melanie Genrich konnte die Neuerung noch besser beurteilen. „Das hatte fast Stadion-Atmosphäre“, sagte die 31-Jährige, die um ihren Erfolg nicht bangen musste. Dass sie nach langer Verletzungspause ein 35:05 Minuten ihr Vorjahresergebnis um 13 Sekunden verfehlte, überraschte die Gütersloherin nicht weiter. Mit knapp 30 Sekunden Rückstand folgte als Zweite Stefanie Vergin (Post SV Gütersloh), die damit die erstmals ausgerichtete, vierteilige Laufcup-Serie gewann. Bei den Männern verteidigte der Avenwedder Frank Schüttforth mit einem fünften Platz seine Führung.
Das besondere Flair verliehen der Veranstaltung aber nicht die eher wenigen Spitzensportler, sondern die zahlreichen Hobby-Läufer. Genussvoll und ohne Leistungsdruck atmeten sie in Güterslohs grüner Lunge frische Luft und taten zugleich etwas für ihre Gesundheit. „Bei dem schönen Wetter musste ich einfach mitmachen“, sagte Ulrike Dietmeyer. Kurz vor dem Start kleidete sich die Spexarderin mit dem T-Shirt zur Veranstaltung ein – und trug das Motto „Gütersloh läuft“ stolz zur Schau. „300 Stück sind heute schon weggegangen“, berichtete Verkäufer Klaus Sperling von einer weiteren Erfolgsgeschichte. Die Gütersloher machen nicht nur mit, sondern identifizieren sich auch mit „ihrem“ Lauf-Event.
Quelle: NW Nr. 195, Mo. 24.08.09, von Carsten Biermann |