Einzel- und Komplexmittel in der Homöopathie

Das Grundprinzip in der Therapie mit klassischen homöopathischen Arzneimitteln nach Samuel Hahnemann besteht in der Behandlung von Erkrankungen nach dem Ähnlichkeitsprinzip. Dabei werden Wirkstoffe nicht anhand einer Indikation verordnet, sondern nach der größten Ähnlichkeit zum Gesamt-Symptombild des individuellen Patienten.

Die jeweilige Erkrankung ist dabei nur ein Symptom unter den vielen, die in einer umfassenden Anamnese erfragt werden. Hahnemanns therapeutische Empfehlung sieht die Verabreichung von Einzelmitteln vor. Der Arzt oder Heilpraktiker wählt und empfiehlt das homöopathische Einzelmittel auf Basis seiner heilberuflichen Erfahrung individuell für den jeweiligen Patienten.

Abweichend von der Behandlung nach dieser Ähnlichkeitsregel schlug Hahnemann vor, bestimmte Krankheiten, die aus gleicher Ursache stets gleich ablaufen (z. B. eine Grippeerkrankung, Erkältung), mit gleichen Mitteln, d. h. nach der Diagnose, zu behandeln.

Dass sich auch die sinnvolle Kombination mehrerer Mittel segensreich auf den Gesundheitsprozess auswirken kann, geht u. a. auf Erfahrungen des italienischen Adligen und Homöopathen Graf Mattei (1809-1896) zurück. Mattei stellte fest, dass in vielen Fällen Mischungen verwandter homöopathischer Mittel eine bessere Wirksamkeit aufwiesen als die entsprechenden Einzelmittel. Die theoretischen Grundlagen zur Erklärung der Wirkung solcher Arzneikombinationen schuf Emil Bürgi aus Bern mit der nach ihm benannten Mischungsregel:

Zwei Substanzen, welche dasselbe Krankheitssymptom beseitigen, addieren sich in ihren Wirkungen, wenn sie gleiche Angriffspunkte haben. Sie potenzieren sich in ihren Wirkungen, wenn sie verschiedene Angriffspunkte haben.

Hierfür werden heute insbesondere Kombinationen aus mehreren homöopathischen Einzelmitteln erfolgreich eingesetzt, die sich in der Wirkung ergänzen. Diese sogenannten „Komplexmittel“ stellen eine Ergänzung der klassischen Homöopathie nach Hahnemann dar, der grundsätzlich die Verwendung von Einzelmitteln empfahl.

Ein Beispiel zum besseren Vergleich:

Betrachtet man ein Einzelmittel als den einzigen Schlüssel zum Öffnen eines Schlosses (= Krankheit), so muss dieser Schlüssel exakt passen. Wenn mehrere Schlüssel (= Komplexmittel) zur Verfügung stehen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass ein passender dabei ist.

Bürgi konnte auch zeigen, dass so manches Einzelmittel therapeutisch versagt, in Kombination mit anderen Mitteln jedoch zum Heilerfolg führen kann. Außerdem gelang ihm der Nachweis, dass geringe an sich wirkungslose Dosen einzelner Mittel einen deutlichen Effekt zeigen, wenn sie mit anderen Substanzen kombiniert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest eines der in der Mischung des Komplexmittels enthaltenen Einzelmittel die Symptome des Kranken bessert, ist groß.

Vor allem chronische Erkrankungen können oft erfolgreich mit homöopathischen Komplexmitteln therapiert werden. Die Erkenntnis der modernen Medizin, dass die Behandlung chronischer Krankheiten die Anregung ggf. die Reparatur blockierter Abläufe erfordert, rechtfertigt den Einsatz homöopathischer Komplexmittel.

Komplexmittel können die häufig zeitaufwändige homöopathische Anamnese des Patienten abkürzen und die im Einzelfall komplizierte Mittelwahl vereinfachen. Sie orientieren sich mehr an der Diagnose und dem allgemeinen Krankheitsbild. Daher eignen sich Komplexmittel gut für die Selbstmedikation.

Pflüger ist Experte für homöopathische Arzneimittel. In unserem Produktfinder können Sie alle Produkte aus unserem Sortiment schnell und einfach finden.

Zum Produktfinder