Tabak hat bis heute bei den indigenen Völkern Amerikas einen heiligen Status und eine kultische Funktion. Er wird von Schamanen auf verschiedene Weise verwendet, z.B. zum Rauchen, Schnupfen, Kauen oder Trinken von Aufgüssen aus den Blättern. Dabei dient Tabak als spirituelles Hilfsmittel, das in Kombination mit anderen Pflanzen einen Rauschzustand herbeiführt, in dem die Schamanen die Götter um Rat befragen können.
In der Zeit der Maja, Inka und Azteken war Tabak den Priestern vorbehalten und die Tabakspfeife gehörte oft als Grabbeigabe zu Bestattungen.
Tabak diente als Vermittler zwischen Erde und geistiger Welt: Priester beräucherten jedes Neugeborene und seine Mutter, um Schutz und Segen zu erbitten. Erst in späterer Zeit durfte auch die normale Bevölkerung Tabak nutzen.
Aber Tabak wurde nicht nur spirituell geschätzt, sondern auch medizinisch genutzt, z.B. zur Minderung von Hunger, zur Schmerzlinderung oder zur Steigerung der körperlichen Widerstandskraft.
