15 Übungen gegen Rückenschmerzen

Rückengesundheit: Die besten Übungen bei Rückenschmerzen

Zehn Minuten täglich: Übungen bei Rückenschmerzen für den Alltag

Schmerzen im Bereich von Rücken, Schultern und Nacken entstehen häufig durch Bewegungsmangel und einseitige Belastung im Alltag. Viele Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit im Sitzen – dabei benötigen sämtliche Strukturen unseres Bewegungsapparates (Faszien, Muskeln, Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder) regelmäßige Aktivität, um gesund und funktionstüchtig zu bleiben. Wir zeigen Ihnen im Folgenden Dehn- und Kräftigungsübungen, die gezielt helfen, das Rückgrat zu stabilisieren, Verspannungen zu lösen und Schmerzen wirksam vorzubeugen.

Wer seinen Rücken nachhaltig stärken will, muss dafür nicht zum Spitzensportler reifen. Schon mit nur zehn Minuten täglichem Rückentraining lassen sich nach kurzer Zeit positive Effekte erzielen. Auch spielt es keine Rolle, zu welcher Tageszeit Sie trainieren. Manche Übungen können Sie sogar im Büro durchführen, „zwischendurch“ zuhause oder abends vor dem Fernseher.

Sorgfalt macht den Meister

Wenn bei Ihnen bereits ein Rückenleiden diagnostiziert wurde oder Sie seit einiger Zeit Schmerzen haben, empfiehlt sich eine Nachfrage beim Orthopäden oder Hausarzt, bevor Sie mit dem Training starten. Achten Sie in jedem Fall darauf, die Übungen sorgfältig wie beschrieben durchzuführen. Die Übungen dürfen nicht schmerzen und sollten auch nicht bei akuten Schmerzen durchgeführt werden.

Manche Übungen lassen sich besser auf einer Gymnastikmatte durchführen – diese kann auch durch einen Teppich ersetzt werden. Sie müssen dabei nicht alle Übungen durchführen und zwingend die Reihenfolge einhalten. Machen Sie sich keinen Stress – wichtig ist vielmehr die Regelmäßigkeit.

Übung 1: Stufenbett-Crunch

Sanfte Kräftigung bei LWS-Schmerzen

Wirkung: Entlastet die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule und stärkt schonend die vorderen Rumpf- und Bauchmuskeln, ohne den unteren Rücken zu belasten.

Anleitung: Für diese Übung legen Sie sich auf den Rücken und legen Ihre angewinkelten Beine auf einen Stuhl oder ein Sofa (Fachbegriff: Stufenlagerung). Ihre Oberschenkel und Unterschenkel bilden dabei etwa einen 90-Grad-Winkel. Diese Haltung kann auch akut helfen, zum Beispiel bei einem plötzlichen, stechenden Rückenschmerz (umgangssprachlich „Hexenschuss“).

Aus dieser stabilen Lage heben Sie Kopf und Schultern sanft einige Zentimeter vom Boden ab. Strecken Sie die Arme nach vorn und schieben Sie Ihre Hände seitlich an den Oberschenkeln vorbei – die Handrücken zeigen dabei nach oben.

Praxistipp: Ziehen Sie nicht mit den Händen am Kopf oder Nacken. Die Bewegung kommt ausschließlich aus der Bauchmuskulatur.

Umfang: 10 bis 15 Wiederholungen, dabei gleichmäßig weiteratmen.

Übung 2: Das Krokodil

Entlastende Drehung für die Lendenwirbelsäule

Wirkung: Mobilisiert die Lendenwirbel, lockert das Iliosakralgelenk (ISG) und dehnt sanft die Flanken sowie die Gesäßmuskulatur.

Anleitung: Legen Sie sich flach auf den Rücken, winkeln Sie die Beine an und stellen Sie die Füße hüftbreit auf den Boden. Breiten Sie Ihre Arme auf Schulterhöhe seitlich aus – entweder angewinkelt wie ein U oder flach ausgestreckt. Ihr Blick geht entspannt zur Decke.

Lassen Sie nun beide Knie langsam und kontrolliert nach rechts sinken, bis sie entspannt am Boden aufliegen. Die Schultern bleiben dabei flach auf der Matte. Halten Sie die Position für einige Atemzüge, stellen Sie die Beine wieder auf und kippen Sie sie anschließend zur linken Seite. Im Yoga und in der Physiotherapie ist diese beliebte Mobilisationsübung auch als „Das Krokodil“ bekannt.

Praxistipp: Wenn die Knie den Boden nicht ganz erreichen, legen Sie einfach ein Kissen darunter.

Umfang: 8 bis 10 Wiederholungen pro Seite.

Übung 3: Päckchenhaltung

Sanfte Dehnung für den unteren Rücken

Wirkung: Dehnt die oft verkürzte Rückenstreckermuskulatur im Lendenbereich und verschafft den Bandscheiben Raum zur Regeneration.

Anleitung: Sie starten in Rückenlage mit aufgestellten Füßen. Heben Sie die Füße an, umfassen Sie mit beiden Händen Ihre Schienbeine und ziehen Sie beide Knie sanft in Richtung Brustkorb. Ihr oberer Rücken, Kopf und Schultern bleiben dabei flach und schwer auf dem Boden liegen. Der Nacken bleibt gestreckt. In dieser gerundeten Position (bekannt als „Päckchenhaltung“ oder im Yoga Apanasana) spüren Sie eine angenehme Öffnung im unteren Rücken.

Praxistipp: Bitte nicht federnd wippen. Atmen Sie ruhig und tief in den Bauchraum gegen Ihre Oberschenkel.

Umfang: Etwa 30 Sekunden ruhig halten.

Übung 4: Kindeshaltung (Balasana)

Ganzheitliche Rückenentspannung

Wirkung: Beruhigt das vegetative Nervensystem, dehnt sanft den gesamten Rückenstrecker und entlastet die Wirbelkörper vom Nacken bis zum Steißbein.

Anleitung: Kommen Sie auf die Matte in den Fersensitz: Setzen Sie sich mit dem Gesäß auf Ihre Fersen. Beugen Sie den Oberkörper langsam nach vorn, bis Ihr Bauch auf den Oberschenkeln ruht und Ihre Stirn sanft den Boden berührt. Ihre Arme legen Sie entspannt nach hinten neben die Beine – die Handrücken liegen locker auf der Matte. Versuchen Sie, das Gesäß schwer auf den Fersen ruhen zu lassen. Diese klassische Entspannungsposition stammt aus dem Yoga und heißt „Kindeshaltung“ (Sanskrit: Balasana).

Praxistipp: Sollte die Stirn den Boden nicht bequem erreichen, legen Sie ein Kissen oder Ihre Fäuste übereinander darunter. Lassen Sie den Bauch ganz weich werden.

Umfang: 1 bis 2 Minuten verweilen und tief in die Rückseite Ihres Körpers atmen.

Übung 5: Katze-Kuh

Sanfte Mobilisation der gesamten Wirbelsäule

Wirkung: Verbessert die Beweglichkeit jedes einzelnen Wirbelsegments, löst Blockaden und versorgt die Bandscheiben über den Wechsel von Beugung und Streckung mit Nährstoffen.

Anleitung: Beginnen Sie im Vierfüßlerstand. Ihre Hände stehen senkrecht unter den Schultern, die Knie hüftbreit unter den Hüftgelenken.

Der Katzenbuckel (Katze): Beim Ausatmen ziehen Sie das Schambein nach vorn, machen den Rücken von unten nach oben kreisrund und lassen den Kopf entspannt nach innen sinken.

Die sanfte Streckung (Kuh): Beim Einatmen führen Sie die Bewegung langsam in die Gegenrichtung: Heben Sie das Brustbein nach vorn-oben und lassen Sie den Rücken in eine sanfte Streckung sinken. Der Blick geht leicht nach vorn (nicht überstrecken!).

Praxistipp: Bitte werfen Sie den Kopf beim Heben nicht unkontrolliert in den Nacken. Der Nacken bleibt stets die harmonische, lange Verlängerung Ihrer Wirbelsäule.

Umfang: 8 bis 10 langsame Atemzyklen im eigenen Rhythmus.

Übung 6: Bird Dog

Diagonale Kräftigung der Rumpf- & Rückenmuskulatur

Wirkung: Kräftigt die Tiefenmuskulatur entlang der Wirbelsäule, schult die Balance und stabilisiert das Becken.

Anleitung: Gehen Sie in den Vierfüßlerstand (Hände unter den Schultern, Knie unter der Hüfte). Spannen Sie Ihre Körpermitte sanft an, als würden Sie den Bauchnabel leicht zur Wirbelsäule ziehen.

Heben und strecken Sie nun gleichzeitig das rechte Bein nach hinten und den linken Arm nach vorn aus, bis Arm, Rücken und Bein eine gerade Linie bilden. Halten Sie die Position stabil für einige Sekunden. Führen Sie Arm und Bein langsam zurück und wechseln Sie die Seite. Im funktionellen Training heißt dieser Klassiker „Bird Dog“.

Praxistipp: Achten Sie darauf, nicht ins Hohlkreuz zu fallen und das Becken waagerecht zu halten (nicht zur Seite aufdrehen). Der Blick bleibt zur Matte gerichtet.

Umfang: 5 Wiederholungen pro Seite, jeweils 5 bis 10 Sekunden halten.

Übung 7: Sitzende Vorbeuge

Entlastung für Rücken und Schultern

Wirkung: Dehnt die hintere Faszienkette, öffnet die Zwischenwirbelräume und entlastet den Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule.

Anleitung: Setzen Sie sich aufrecht auf den Boden und strecken Sie die Beine nach vorn aus. Beugen Sie die Knie leicht an. Schieben Sie Ihren Oberkörper aus dem Becken heraus weit nach vorn über die Beine. Führen Sie die Arme an den Beinen entlang und umfassen Sie mit den Händen Ihre Knöchel oder greifen Sie um die Waden. Lassen Sie den Oberkörper rund werden und das Kinn sanft zur Brust sinken.

Tipp fürs Büro: Diese Übung (auch „Kutscherhaltung“ genannt) können Sie auch sitzend auf einem Schreibtischstuhl ausführen.

Praxistipp: Ziehen Sie sich nicht mit Gewalt nach unten. Geben Sie bei jedem Ausatmen ein Stück mehr der Schwerkraft nach.

Umfang: 20 bis 30 Sekunden gleichmäßig atmend halten.

Übung 8: Rückwärtiges Beinheben

Stärkung für unteren Rücken & Gesäß

Wirkung: Kräftigt gezielt die Gesäßmuskeln (Glutealmuskulatur) und die unteren Rückenstrecker – zwei Schlüsselbereiche zur Vermeidung von Hohlkreuz und Instabilität.

Anleitung: Legen Sie sich flach auf den Bauch. Die Beine sind lang ausgestreckt, Ihre Stirn ruht bequem auf den verschränkten Händen. Drücken Sie Ihr Schambein sanft in die Matte, um den unteren Rücken zu stabilisieren.

Atmen Sie ein und heben Sie das rechte, lang gestreckte Bein wenige Zentimeter vom Boden ab. Stellen Sie sich dabei vor, Sie würden das Bein lang aus der Hüfte nach hinten herausschieben, statt es möglichst hoch zu reißen. Kurz in der Luft halten, dann langsam absenken und mit dem linken Bein wiederholen.

Praxistipp: Es kommt nicht auf die Höhe an, sondern auf Länge und Körperspannung. Das Becken bleibt ruhig auf dem Boden liegen.

Umfang: 5 bis 8 Wiederholungen pro Bein, oben jeweils 3 bis 5 Sekunden halten.

Übung 9: Die Kobra

Sanfte Rückbeuge für die Brustwirbelsäule

Wirkung: Richtet eine nach vorn geneigte Haltung auf, dehnt Brust- und Bauchmuskulatur und stärkt die oberen Rückenstrecker.

Anleitung: Legen Sie sich auf den Bauch, die Beine liegen hüftbreit gestreckt auf der Matte, die Fußrücken liegen auf. Platzieren Sie Ihre Hände flach neben der Brust, die Fingerspitzen zeigen nach vorn, die Ellenbogen bleiben nah am Körper.

Spannen Sie das Gesäß leicht an und heben Sie aus der Kraft des oberen Rückens heraus Kopf und Brustkorb langsam einige Zentimeter vom Boden an. Ihre Hände stützen die Bewegung nur leicht, ohne den Körper gewaltsam hochzudrücken. Der Blick bleibt schräg nach vorn-unten gerichtet, der Nacken lang. Dies ist die sanfte Variante der bekannten Yoga-Übung „Kobra“ (Bhujangasana).

Praxistipp: Drücken Sie die Arme nicht voll durch, wenn Sie Druck im unteren Rücken spüren. Die Aufrichtung soll im oberen Rücken (Brustkorb) entstehen.

Umfang: 5 Wiederholungen, jeweils 5 bis 10 Sekunden halten, langsam absenken.

Übung 10: Schulterkreisen

Schnelle Lockerung für Nacken & Schultergürtel

Wirkung: Löst stress- und sitzbedingte Verspannungen im oberen Trapezmuskel und fördert die Durchblutung im gesamten Schulter-Nacken-Bereich.

Anleitung: Stellen oder setzen Sie sich aufrecht hin. Lassen Sie die Arme locker an den Seiten hängen. Ziehen Sie nun beide Schultern bei der Einatmung nach oben in Richtung Ohren. Rollen Sie die Schultern anschließend in einer weiten, fließenden Kreisbewegung nach hinten und lassen Sie sie bei der Ausatmung bewusst nach unten sinken.

Eine hervorragende Übung, die sich jederzeit unkompliziert am Schreibtisch einbauen lässt.

Praxistipp: Kreisen Sie bewusst von vorn nach hinten-unten. Diese Bewegung öffnet den Brustkorb und wirkt der typischen „Schreibtisch-Rundhaltung“ entgegen.

Umfang: Etwa 30 bis 45 Sekunden lang ruhig und gleichmäßig kreisen.

Übung 11: Wanddrücken mit den Ellenbogen

Aktivierung der Schulterblätter

Wirkung: Stärkt die Muskeln zwischen den Schulterblättern (Rautenmuskeln) und den vorderen Sägemuskel, richtet die Brustwirbelsäule auf und beugt Schmerzen im Nacken vor.

Anleitung: Stellen Sie sich mit etwa einer Fußlänge Abstand mit dem Rücken vor eine freie Wand. Lehnen Sie sich mit dem Rücken locker an. Winkeln Sie beide Arme an, sodass Ihre Ellenbogen auf Schulterhöhe flach an die Wand drücken.

Drücken Sie nun aus den Ellenbogen heraus Ihren oberen Rücken und Ihre Schultern kontrolliert von der Wand nach vorne weg. Die Füße bleiben stabil am Boden, der Kopf bleibt gerade. Halten Sie die Spannung kurz und lassen Sie sich dann langsam wieder an die Wand zurück.

Praxistipp: Diese Übung wird im Fachjargon auch als „Scapula Push-up an der Wand“ bezeichnet. Vermeiden Sie es, ein Hohlkreuz zu machen – die Bewegung kommt rein aus den Schulterblättern.

Umfang: 5 bis 8 Wiederholungen, jeweils 3 bis 5 Sekunden halten.

Übung 12: Rückwärts-Armkreisen (Windmühle)

Öffnung für Brust & Schultern

Wirkung: Mobilisiert die Schultergelenke, weitet die Brustmuskulatur und fördert die Beweglichkeit der oberen Rippen.

Anleitung: Stellen Sie sich aufrecht und stabil hin, die Füße stehen hüftbreit. Beginnen Sie, zunächst mit einem Arm wie bei einem Windmühlenflügel in einer großen, ruhigen Kreisbewegung rückwärts durch die Luft zu gleiten (ähnlich der Armbewegung beim Rückenschwimmen). Nehmen Sie danach den zweiten Arm im Wechsel dazu: Während ein Arm nach hinten kreist, kommt der andere von unten nach vorn.

Führen Sie die Arme nah am Körper vorbei und halten Sie Ihren Brustkorb aufgerichtet.

Praxistipp: Halten Sie die Bauchspannung aufrecht, damit der Rumpf sich nicht übermäßig verdreht und Sie stabil im Becken bleiben.

Umfang: 30 bis 60 Sekunden fließend durchführen.

Übung 13: Seitliche Nackendehnung

Gezieltes Lösen von Halsverspannungen

Wirkung: Dehnt sanft den seitlichen Heber des Schulterblatts und den oberen Kapuzenmuskel (Trapezmuskel), die durch Bildschirmarbeit besonders häufig verhärtet sind.

Anleitung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin, die Schultern sind entspannt nach unten gesunken. Neigen Sie Ihren Kopf langsam und behutsam zur rechten Seite, sodass sich Ihr rechtes Ohr in Richtung rechter Schulter bewegt (ohne die Schulter hochzuziehen).

Um die Dehnung auf der linken Halsseite zu intensivieren, schieben Sie gleichzeitig Ihren linken Arm mit gestreckter Handfläche sanft in Richtung Boden. Spüren Sie die angenehme Länge vom Ohr bis in die Schulter.

Praxistipp: Bitte niemals mit der Hand am Kopf ziehen oder ruckartig dehnen! Das bloße Eigengewicht des Kopfes in Kombination mit dem Abschieben der gegenüberliegenden Schulter reicht vollkommen aus.

Umfang: Pro Seite etwa 15 bis 20 Sekunden halten, ruhig weiteratmen.

Übung 14: Äpfelpflücken

Dehnung der Flanken & seitlichen Rumpfmuskulatur

Wirkung: Zieht die Zwischenrippenmuskulatur sanft auseinander, schafft Raum zwischen den Wirbelkörpern und mobilisiert die seitlichen Faszien.

Anleitung: Stellen Sie sich hüftbreit und aufrecht hin, der Bauch ist leicht angespannt. Stellen Sie sich nun vor, Sie würden über Ihrem Kopf reife Äpfel von einem Baum pflücken: Greifen Sie abwechselnd mit der rechten und der linken Hand so weit wie möglich nach oben in den Himmel.

Spüren Sie, wie sich die jeweilige Flanke von der Hüfte bis in die Fingerspitzen angenehm in die Länge zieht.

Intensivierung: Wer möchte, drückt sich bei jedem Greifen zusätzlich auf die Zehenballen hoch.

Praxistipp: Atmen Sie bei jedem Strecken tief in die gedehnte Körperseite ein.

Umfang: Etwa 15 bis 20 Mal abwechselnd nach oben greifen.

Übung 15: Holzhacken

Dynamische Stabilisation der Tiefenmuskulatur

Wirkung: Trainiert reflektorisch die feinen, tief sitzenden Rückenmuskeln entlang der Wirbelsäule (die sogenannten Multifidi), die den Rücken vor unerwarteten Fehlbelastungen schützen.

Anleitung: Stehen Sie aufrecht und stabil, die Knie sind leicht gebeugt, das Gesäß wandert minimal nach hinten (stabile Grundhaltung). Die Arme sind eng am Körper angewinkelt: Die Unterarme zeigen im 90-Grad-Winkel nach vorn, die Hände sind geöffnet und die Handkanten zeigen nach unten (Daumen nach oben).

Stellen Sie sich nun vor, Sie würden mit beiden Händen Holz hacken: Führen Sie schnelle, kleine und abgehackte Auf- und Abbewegungen mit den Unterarmen aus. Ihr restlicher Körper bleibt dabei absolut fest wie eine Statue.

Praxistipp: Das Geheimnis dieser Übung liegt im Tempo: Durch die schnellen, kleinen Hackimpulse muss Ihre Rumpfmuskulatur blitzschnell gegensteuern. Das aktiviert Muskeln, die man willkürlich kaum ansteuern kann.

Umfang: 2 Durchgänge à 20 bis 30 Sekunden, dazwischen kurz lockern.

Abschluss: Atem- & Entspannungspause in Stufenlagerung

Wirkung: Baut muskulären Tonus ab, beruhigt das Nervensystem und signalisiert dem Körper nach dem Übungsprogramm Regeneration und Schmerzfreiheit.

Anleitung: Zum Abschluss der Übungen oder nach einem langen, anstrengenden Tag legen Sie sich auf den Rücken und legen Ihre Unterschenkel bequem im 90-Grad-Winkel auf einen Stuhl oder ein Sofa (Stufenlagerung). Schließen Sie die Augen und legen Sie Ihre Hände entspannt auf den Bauch.

Konzentrieren Sie sich für 2 bis 3 Minuten ausschließlich auf Ihren Atem: Spüren Sie, wie sich die Bauchdecke beim Einatmen sanft hebt und beim Ausatmen wieder absenkt. Versuchen Sie nicht, Gedanken zu unterdrücken – lassen Sie aufkommende Gedanken einfach wie Wolken am Himmel weiterziehen.

Umfang: 2 bis 5 Minuten verweilen.

Faszien-Übung 1: Faszienrolle für die Oberschenkel-Außenseite (Tractus-Band)

Wirkung: Lockert den derben Sehnenstreifen an der Oberschenkel-Außenseite (den Tractus iliotibialis). Eine übermäßige Spannung hier zieht häufig das Becken schief und führt zu einseitigen LWS-Schmerzen.

Anleitung: Legen Sie sich in Seitlage auf die Gymnastikmatte. Platzieren Sie die Faszienrolle unter dem äußeren Oberschenkel des unteren Beins. Stützen Sie sich mit den Unterarmen stabil am Boden ab. Das obere Bein stellen Sie zur Entlastung und besseren Steuerung angewinkelt vor dem Körper auf.

Rollen Sie nun mit langsamem, gleichmäßigem Druck auf der Rolle von knapp oberhalb des Knies bis kurz unterhalb des Hüftknochens hin und her.

Praxistipp: Die Oberschenkel-Außenseite ist oft sehr schmerzempfindlich. Steuern Sie den Druck ganz feinfühlig über das aufgestellte Vorderbein.

Umfang: Etwa 30 bis 60 Sekunden pro Seite langsam ausrollen.

Faszien-Übung 2: Faszientraining für Gesäß & unteren Rücken

Wirkung: Löst Triggerpunkte in der Gesäßmuskulatur (insbesondere im Piriformis-Muskel), die häufig tief sitzende Gesäß- und Rückenschmerzen verursachen.

Anleitung: Setzen Sie sich aufrecht auf die Faszienrolle, die Beine sind angewinkelt aufgestellt. Stützen Sie sich mit beiden Händen hinter dem Körper am Boden ab. Verlagern Sie Ihr Körpergewicht leicht auf eine Gesäßhälfte, indem Sie das entsprechende Knie etwas nach außen sinken lassen.

Rollen Sie nun langsam und mit kleinen Bewegungen über die gesamte Gesäßmuskulatur. Spüren Sie verhärtete Punkte auf, verweilen Sie dort für einige Sekunden und atmen Sie tief aus.

Praxistipp: Bitte rollen Sie nicht mit vollem Körpergewicht ungestützt über die freie Lendenwirbelsäule. Bleiben Sie mit dem Hauptfokus auf der schützenden Gesäßmuskulatur.

Umfang: 60 Sekunden pro Seite.

Faszien-Übung 3: Faszienrolle für den oberen Rücken & die Brustwirbelsäule

Wirkung: Mobilisiert die steife Brustwirbelsäule, massiert die Muskeln zwischen den Schulterblättern und befreit die Atmung.

Anleitung: Legen Sie sich mit dem Rücken auf die Matte und platzieren Sie die Faszienrolle quer unter Ihren Schulterblättern. Die Beine sind angewinkelt aufgestellt. Verschränken Sie die Arme vor der Brust (das zieht die Schulterblätter auseinander und gibt die Muskulatur frei) oder legen Sie die Hände unterstützend an den Hinterkopf.

Heben Sie das Gesäß leicht vom Boden an und rollen Sie sich langsam von den unteren Rippen bis knapp unter den Nackenansatz hin und her.

Praxistipp: Rollen Sie nicht über die empfindlichen Halswirbel des Nackens hinweg. Halten Sie die Bauchmuskeln leicht auf Spannung, um nicht durchzuhängen.

Umfang: 8 bis 10 langsame Rollbewegungen.

Faszien-Übung 4: Sanfte Nackenmassage mit der Faszienrolle

Wirkung: Entlastet den Übergang vom Hinterkopf zur Halswirbelsäule (die kurzen Nackenmuskeln) – ideal bei Spannungskopfschmerzen.

Anleitung: Legen Sie sich entspannt auf den Rücken. Platzieren Sie die Faszienrolle quer unter Ihrem Nacken, genau wie ein Nackenkissen am Übergang zwischen Hinterkopf und Hals. Die Arme liegen entspannt neben dem Körper.

Nun rollen Sie nicht mit dem Körper, sondern drehen den Kopf ganz langsam und sanft wie bei einer „Nein“-Geste von der linken zur rechten Seite. Die Rolle massiert dabei die Ansätze der Nackenmuskulatur allein durch das Eigengewicht des Kopfes.

Praxistipp: Kein Druck ausüben – die Schwerkraft Ihres Kopfes reicht vollkommen aus, um Verspannungen sanft zu lösen.

Umfang: 1 bis 2 Minuten langsame Drehbewegungen.

Faszien-Übung 5: Fußsohlen-Massage mit dem Ball (Plantarfaszie)

Wirkung: Entspannt die Fußsohlenfaszie (Plantarfaszie). Da die rückwärtige Faszienkette unseres Körpers unter den Füßen beginnt und über Beine und Rücken bis zur Stirn verläuft, kann eine entspannte Fußsohle Rückenschmerzen bis in den Nacken spürbar lindern.

Anleitung: Stellen Sie sich barfuß hin (halten Sie sich bei Bedarf an einer Stuhllehne fest). Legen Sie einen kleinen, festen Ball – ideal ist ein Golf- oder Faszienball, alternativ ein Tennisball – unter eine Fußsohle.

Rollen Sie nun mit dosiertem Druck von der Ferse über das Fußgewölbe bis zu den Zehenballen langsam hin und her. Wenn Sie einen besonders druckdolenten (schmerzhaften) Punkt finden, bleiben Sie dort kurz stehen, atmen tief durch und lassen den Fuß „weich“ werden.

Praxistipp: Beginnen Sie mit sanftem Druck. Sie können die Intensität selbst steuern, indem Sie mehr oder weniger Körpergewicht auf den Ball verlagern.

Umfang: Etwa 1 bis 2 Minuten pro Fuß.