Migräne Kopfschmerz

Neue Leitlinie zur MigräneEmpfehlungen für Behandlung und Prophylaxe

Kopfschmerzen, die pulsieren, den Alltag unterbrechen und jede Bewegung zur Herausforderung machen. Wer an Migräne leidet weiß, wie stark diese Erkrankung das Leben beeinträchtigen kann. Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Nun hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) gemeinsam mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) die ärztliche Leitlinie zur Behandlung und Prophylaxe aktualisiert. Die neuen Empfehlungen rücken auch nicht-medikamentöse Maßnahmen deutlich in den Vordergrund.[1]

Migräne: Wenn der Kopf zum Gegner wird

Migräne gehört zu den häufigsten Formen von Kopfschmerzen und kann das Leben stark beeinträchtigen. Die einhergehenden Schmerzen kommen in plötzlichen Attacken und zeigen sich als pulsierendes oder pochendes Gefühl. Diese Attacken werden häufig auch „Episoden“ genannt und treten meistens nur auf einer Seite des Kopfes auf. Eine unbehandelte Attacke kann vier bis 72 Stunden andauern, ihre Intensität kann währenddessen schwanken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt schwere Migräne, neben Depressionen oder Schizophrenie, sogar zu den am stärksten einschränkenden Erkrankungen.[2]

Betroffene: Wer erkrankt an Migräne?

Frauen zwischen zwanzig und fünfzig Jahren sind besonders häufig betroffen, doch auch viele Männer leiden unter wiederkehrenden Migräneattacken.[3] In Deutschland betrifft das etwa fünfzehn Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer.[4] Bei Kindern treten Migräneepisoden vor allem während der Pubertät auf und beeinflussen drei bis sieben Prozent.[1]

Ursachen: Welche Faktoren spielen eine Rolle?

Die Ursachen für schwere Migräne sind individuell. Oft haben Betroffene eine genetische Veranlagung aber auch der persönliche Lebensstil beeinflusst Häufigkeit und Verlauf. Stress, unregelmäßige Mahlzeiten oder zu wenig Flüssigkeit können den Körper zusätzlich belasten. Dazu kommen individuelle Auslöser, sogenannte „Trigger“. Das können z. B. Episoden nach Alkoholkonsum, Schlafmangel, starker Anspannung, hormonellen Veränderungen oder abrupten Wetterwechseln sein. Auch Nackenschmerzen und bestimmte Lebensmittel, wie Kaffee, Schokolade oder lang gereifter Käse können eine Episode begünstigen.[1]

Migräne Kopfschmerz

Symptome: Typische Begleiterscheinungen

Eine Migräne geht in der Regel mit weiteren Beschwerden einher, die den Alltag zusätzlich erschweren und den Leidensdruck erhöhen. Zu den typischen Begleitsymptomen zählen:[1]

  • Appetitlosigkeit

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • leichtes Augentränen

  • Sehstörungen

  • Bewegungsstörungen

  • Licht- und Lärmempfindlichkeit

  • Überempfindlichkeit gegenüber Gerüchen

Migräne Kopfschmerz Aura

Arten einer Migräne

Migräne mit Aura

Bei manchen Betroffenen kündigt eine sogenannte „Aura“ den Migräneschmerz an. Eine Phase, die wenige Minuten bis zu einer Stunde andauert und von neurologischen Symptomen begleitet wird, darunter:

  • Flimmersehen, Lichtblitze, Zickzacklinien

  • Wortfindungs- und Sprachstörungen

  • aufsteigendes Kribbeln an Armen und Beinen

  • Taubheitsgefühle

  • Schwindel

  • Gleichgewichtsprobleme

Diese Symptome treten zunächst einseitig auf und entwickeln sich langsam. Mit dem Abklingen der Aura, bilden sich auch die Symptome vollständig zurück. Daraufhin folgt die eigentliche Kopfschmerzphase.[2]

Chronische Migräne

Von einer chronischen Migräne spricht man, wenn mindestens 15 Tage im Monat von Kopfschmerzen geprägt werden und davon mindestens acht Tage von typischen Migränesymptomen begleitet werden.[2]

Menstruelle Migräne

Die menstruelle Migräne ähnelt der chronischen Form und liegt vor, sofern die Beschwerden über einen Zeitraum von drei Monaten und mehr ausschließlich während der Menstruation auftreten. Ausschlaggebend sind hier besonders die hormonellen Schwankungen.[1]

Kopfschmerz Medikamente

Sind Triptane bei Migräne eine gute Wahl?

Bei einer akuten Migräne standen bislang medikamentöse Maßnahmen im Fokus. Laut der aktualisierten S1-Leitlinie bleiben die Wirkstoffe aus der Gruppe der Triptane auch weiterhin die wirksamste Wahl zur Akutbehandlung. Triptane wurden gezielt für die Behandlung von Migräneattacken entwickelt. Sie wirken direkt an Serotonin-Rezeptoren, das sind Proteine, welche die Wirkung von Serotonin vermitteln und deshalb bedeutsam für die Übertragung der Botenstoffe sind.

Eletriptan („die Vielseitige“), Rizatriptan („die Schnelle“) und Sumatriptan („der Beginn“) unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit, Wirkungsgeschwindigkeit und ihren Nebenwirkungsprofilen. Sie gelten als besonders wirksam, indem sie die Blutgefäße im Gehirn verengen. Je früher ein Triptan bei Migräne eingenommen wird, desto besser soll dessen Wirkung sein. Jedoch sollten Triptane nur bei schweren Attacken zum Einsatz kommen. Auch wenn bei ihnen eine beeindruckende Wirksamkeit besteht, betont die Leitlinie deutlich, dass sie nicht das alleinige Mittel zur Linderung sind.

Außerdem ist zu betonen, dass Triptane nur nach ärztlicher Diagnose eingesetzt werden dürfen. Denn nicht jeder Kopfschmerz ist eine Migräne und nicht jeder Betroffene darf Triptane einnehmen. Dazu zählen z. B. Menschen, die an einer Gefäßerkrankung leiden oder einen unkontrollierten Bluthochdruck haben.[1][3]

Migräne vorbeugen: Prophylaxe durch nicht-medikamentöse Maßnahmen

Eine der spannendsten Entwicklungen in der neuen ärztlichen Leitlinie sind die nicht medikamentösen Ansätze. Die Experten empfehlen verschiedene Verfahren zur signifikanten Reduzierung der Häufigkeit von Migräneattacken.[1] Prophylaxe bedeutet in diesem Zusammenhang aktiv zu werden, bevor die nächste Migräneattacke zuschlägt. Zu den wirksamen vorbeugenden Maßnahmen gehören folgende.

Akupunktur Kopfschmerz

Akupunktur

Akupunktur steht bereits seit längerer Zeit in der Diskussion als Alternative zur medikamentösen Behandlung. In einer Studie in China wurde mit 147 Teilnehmern die manuelle Akupunktur untersucht. Die Patienten litten allesamt seit mindestens einem Jahr an Migräne ohne Aura und verzeichneten zwischen zwei und acht Schmerzattacken im Monat. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt. Über acht Wochen erhielten sie 20-mal je 30 Minuten lang eine Verum-Akupunktur, also eine klassische Akupunktur nach der traditionellen chinesischen Medizin, eine Scheinakupunktur oder die übliche Betreuung nach dem Standard of Care (dt. Behandlungsstandard).[5]

In allen drei Gruppen reduzierte sich die Zahl der monatlichen Schmerztage und auch der Schmerzattacken. Bereits während der Therapie wurden signifikante Unterschiede zwischen Akupunktur und Standard of Care ersichtlich. Die klassische Akupunktur wies auch gegenüber dem Placebo mehr Wirksamkeit auf. Die Autoren empfehlen sogar die Aufnahme von Akupunktur in die ärztliche Leitlinie.[5]

Entspannungstechnik: Progressive Muskelentspannung

Auch Entspannungsverfahren, besonders die progressive Muskelentspannung, gelten als effektive Methode zur Migräneprophylaxe. Studien zeigen, dass sich die Häufigkeit von Migräneattacken durch regelmäßige Anwendung um etwa 35 bis 45 Prozent reduzieren lässt.[4] Im Akutfall werden Entspannungstechniken zwar eher selten eingesetzt, bei langsam beginnenden Attacken können sie Betroffenen jedoch helfen frühzeitig gegenzusteuern. Die Entspannungsübungen nach Edmund Jacobson, amerikanischer Arzt, Physiologe und Begründer der progressiven Muskelentspannung, zeichnen sich durch ihre hohe Wirksamkeit bei gleichzeitig einfacher Erlernbarkeit aus.[6]

Sein Verfahren basiert auf einer schrittweisen An- und Entspannung der wichtigsten Muskelgruppen im gesamten Körper.[7] Ziel ist es, sowohl eine angenehme körperliche als auch mentale Entspannung zu erreichen und die Fähigkeit zu entwickeln, sich jederzeit bewusst und aktiv entspannen zu können. Insgesamt wird die progressive Muskelentspannung als wirkungsvolle und nachhaltige Maßnahme zur Vorbeugung empfohlen.

Erlernt wird die progressive Muskelentspannung häufig in Gruppenkursen, die beispielsweise von Volkshochschulen angeboten werden. Nach einer Einführung kann sie selbstständig zu Hause durchgeführt werden. Durch die regelmäßige Entspannung soll die Schmerztoleranz erhöht und dem Auftreten von Migräneepisoden vorbeugend entgegengewirkt werden. Darüber hinaus hilft das Verfahren, muskuläre Verspannungen frühzeitig wahrzunehmen, Stresssituationen bewusster zu erkennen und rechtzeitig Ausgleich zu schaffen. Bei starken Schmerzen können die Übungen zudem eine ablenkende Wirkung erreichen.[8]

Die Übungen selbst erfolgen in einer entspannten sitzenden oder liegenden Position und mit geschlossenen Augen. Abwechselnd werden für etwa 15 Minuten die einzelnen Muskelgruppen angespannt und wieder gelöst. Danach wird die Aufmerksamkeit gezielt auf eine ruhige und bewusste Atmung gelegt.[8]

Entspannung Sport

Typische Übungen der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson sind unter anderem: 

  • das Ballen der Hand zur Faust mit gleichzeitiger Anspannung des Unterarms

  • das Hochziehen der Stirn, sodass sich Falten bilden mit dem folgenden Glätten der Stirn

  • leichtes Zusammenpressen der Zähne und Ziehen des Kinns in Richtung des Hals

  • das Zusammenziehen der Schulterblätter mit Anspannung der Brustmuskulatur

Menschen mit schweren psychiatrischen oder neurologischen Erkrankungen wie Schizophrenie oder Epilepsie sollten Entspannungsverfahren jedoch nur nach Rücksprache anwenden. In diesen Fällen können andere Methoden wie kognitive Verhaltenstherapie, Biofeedback oder Akupunktur besser geeignet sein.[8]

Kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) stellt einen ganzheitlichen Ansatz in der Behandlung von Migräne dar.[9] Im Mittelpunkt steht hier der bewusste Umgang mit den emotionalen und psychischen Belastungen, die im Zusammenhang mit wiederkehrenden Migräneattacken stehen. Ziel ist es, sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität der Beschwerden langfristig zu reduzieren.

Im Rahmen eines Schmerzbewältigungstrainings werden Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung mit psychologischen Strategien kombiniert. Betroffene lernen, belastende Denk- und Verhaltensmuster, die mit Migräne einhergehen, zu erkennen und schrittweise zu verändern. Dabei werden realistische und positive Gedanken gefördert sowie individuelle Bewältigungsstrategien entwickelt.[9]

Tagebuch Schreiben

Zu den zentralen Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie zählen:

  • das Führen eines Migränetagebuchs: Es hilft, persönliche Auslöser und wiederkehrende Muster zu identifizieren und darauf aufbauend gezielte Präventionsmaßnahmen umzusetzen.

  • das Erkennen negativer Gedanken und Überzeugungen: Um etwa der Annahme, das eigene Leben vollständig an die Erkrankung anpassen zu müssen, zu überwinden.

  • das Entwickeln einer Bewältigungsstrategie, welche Entspannungstechniken, Stressmanagement-Techniken, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und körperliche Aktivität im Alltag fest integriert.

  • die Entwicklung gesunder Lebensgewohnheiten: Förderung der Selbstfürsorge durch regelmäßige Bewegung und Pflege sozialer Kontakte.

In der therapeutischen Begleitung kann die Methode individuell an persönliche Bedürfnisse angepasst und der Fortschritt kontinuierlich überprüft werden. In Erfahrungsberichten beschreiben Betroffene eine geringere Häufigkeit und Schwere der Migräneattacken, einen besseren Umgang mit Stress und Auslösern und insgesamt eine höhere Lebensqualität durch eine erfolgreiche kognitive Verhaltenstherapie.[9]

Biofeedback

Biofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode aus der Verhaltensmedizin und wird bei Migräne gezielt eingesetzt, um körperliche Anspannungszustände bewusst zu beeinflussen.[6] Ziel ist es, muskuläre Spannungen durch gezielte Entspannung zu reduzieren.[10]

Die Anwendung erfolgt in schmerzfreien Phasen zwischen den Migräneattacken. Dabei werden Elektroden am Kopf angebracht, mit denen verschiedene Körperfunktionen gemessen werden, etwa die Aktivität der Kopfmuskulatur oder der Puls. Die erfassten Werte erscheinen in Form visueller oder akustischer Signale auf einem Monitor. Unter therapeutischer Anleitung lernen Betroffene anschließend diese Körperreaktionen bewusst wahrzunehmen und aktiv zu beeinflussen und zu lenken.[10]

Biofeedback Migräne

Je nach Zielsetzung kommen unterschiedliche Biofeedback-Verfahren zum Einsatz, darunter Temperatur-Biofeedback oder Hautleitwert-Biofeedback.[6] Als besonders wirksam gilt jedoch das sogenannte Vasokonstriktionstraining.[4]

Diese Methode wird vor allem bei akuten Migräneattacken angewendet und trainiert die gezielte Verengung der Schläfenarterie (= Vasokonstriktion) auf der rechten oder linken Kopfseite.[4][11]

Biofeedback erfordert jedoch Geduld. In der Regel sind 20 bis 40 Sitzungen notwendig, bis erste Erfolge spürbar werden.

Da die Kosten einer Sitzung zwischen 80 und 140 Euro liegen und bislang nicht von den Krankenkassen übernommen werden, stellt dies für viele Betroffene eine Hürde dar.[10]

Um den Therapieerfolg zu stabilisieren, wird zudem empfohlen, alle sechs bis zwölf Monate eine Auffrischungssitzung durchzuführen. Die dadurch erzielten Effekte gelten jedoch als langanhaltend.[11] Berichten zufolge kann die Schmerzintensität sogar um 50 bis 60 Prozent reduziert werden.[10] Zudem gilt das Verfahren als nebenwirkungsfrei.

Nicht geeignet ist die Biofeedback-Methode bei bestimmten Erkrankungen wie einer Aphasie (Verlust des Sprechvermögens oder Sprachverstehens) oder einer akuten Psychose. In diesen Fällen sollten alternative Therapieverfahren in Betracht gezogen werden.[12]

Tipps für Ihren Alltag

Eine wirksame Migräneprophylaxe beginnt im Alltag. Entscheidend ist, die eigenen Auslöser zu kennen und gesundheitsfördernde Routinen konsequent umzusetzen. Bereits kleine Veränderungen können dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren.

Alltägliche Maßnahmen zur Vorbeugung einer Migräne:

  • Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf Ihr Stressniveau aus. Empfehlenswert sind Ausdauer- und Krafttraining an drei bis vier Tagen pro Woche für jeweils 30 Minuten.
  • Eine ausgewogene, zucker- und fettarme Ernährung unterstützt die allgemeine Gesundheit. Wichtig ist dabei die Einhaltung fester Mahlzeiten.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag verteilt.
  • Häufig werden auch Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium oder Vitamin B2 zur Migräneprophylaxe eingesetzt. Sie können einen gesunden Lebensstil ergänzen.
  • Mutterkraut zeigt laut Studien ebenfalls einen vorbeugenden Effekt.
  • Einhaltung regelmäßiger Schlafenszeiten, um den natürlichen Rhythmus des Körpers zu stabilisieren.
  • Gehen Sie bewusst mit Stresssituationen um und schaffen Sie einen geeigneten Ausgleich, z. B. durch Entspannungsrituale am Abend. Atem- und Entspannungsübungen finden Sie hier:

Zu den Übungen

Alltägliche Maßnahmen bei beginnender Migräne:

  • Kühlen der Stirn und Schläfen
  • Wärmeanwendungen im Nacken
  • Sanfte Schläfenmassage

Grundsätzlich empfiehlt sich, das eigene Vorgehen regelmäßig mit dem behandelnden Arzt abzustimmen. Dabei können nicht-medikamentöse Alternativen ebenso besprochen werden, wie die Frage, ob eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll oder notwendig ist.

Homöopathie als begleitende Behandlungsoption

Ergänzend können Betroffene auf die Homöopathie setzen, um Migränebeschwerden auf natürliche Weise zu lindern. In der Homöopathie werden typischerweise die individuellen Symptome und Auslöser durch eine ausführliche Anamnese identifiziert und unterstützend behandelt. Die Komplexmittel bieten dabei den Vorteil, mehrere bewährte Wirkstoffe gezielt zu kombinieren und so an verschiedenen Stellen wirken zu können.

Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass homöopathische Behandlungen bei Migräne zu einer Verbesserung der Beschwerden beitragen können. Eine prospektive Studie zeigte, dass Patienten unter homöopathischer Behandlung relevante Verbesserungen erlebten, die über den gesamten Beobachtungszeitraum anhielten.[13] Eine weitere Untersuchung bei Kindern beobachtete eine signifikante Reduktion der Häufigkeit, Schwere und Dauer von Migräneattacken sowie weniger Fehlzeiten in der Schule.[14]

Homöopathisches Komplexmittel bei Migräne: Biodolor®

Die sieben bewährten Inhaltsstoffe in Biodolor® sind auf die Behandlung von Kopfschmerzen mit ihren vielfältigen Ausprägungen abgestimmt und zielen darauf ab, die Häufigkeit und Ausprägung von Kopfschmerzen zu reduzieren. Das europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) lindert Schmerzzustände bei Kopfschmerz und Migräne mit Aura, Carolina-Jasmin (Gelsemium sempervirens) hilft bei dumpfen Kopfschmerzen, auch mit Sehstörungen und gewöhnliche Brechnuss (Nux vomica) kommt bei Kopfschmerz nach geistiger Arbeit zum Einsatz, die auch mit Übelkeit und Brechreiz einhergehen können. Kanadische Blutwurz (Sanguinaria canadensis) lindert migranöse Kopfschmerzen und rundet mit gelbem Steinklee (Melilotus officinalis), echter Schlüsselblume (Primula veris) und chinesischem Teestrauch (Thea chinensis) die Wirkung des Komplexmittels bei Kopfschmerz ab.

Die Biodolor® Tabletten sind bereits ab 2 Jahren zugelassen und können bei Kindern auf natürliche Weise helfen, die Ausprägung der unterschiedlichen Kopfschmerzarten zu lindern und die Häufigkeit zu reduzieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist Migräne und wie unterscheidet sie sich von normalen Kopfschmerzen?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich meist durch einseitige und pulsierende Kopfschmerzen äußert und in Schüben auftritt. Diese Migräneepisoden gehen häufig mit Begleitsymptomen einher und können bis zu mehreren Tagen andauern.

Was sind typische Auslöser für Migräneattacken?

Zu den häufigsten Triggern zählen Stress, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen, unregelmäßige Mahlzeiten, Flüssigkeitsmangel sowie bestimmte Lebensmittel oder Alkohol. Die Auslöser sind sehr individuell, lassen sich jedoch oft durch ein Migränetagebuch identifizieren.

Was können Begleitsymptome einer Migräne sein?

Neben starken Kopfschmerzen treten häufig Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Geruchsempfindlichkeit auf. Bei Migräne mit Aura kommen neurologische Symptome wie Flimmersehen oder Taubheitsgefühle hinzu.

Was ist Migräne mit Aura?

Bei der Migräne mit Aura gehen den Kopfschmerzen neurologische Symptome voraus. Dazu gehören Sehstörungen, Kribbeln oder Sprachprobleme. Die Aura dauert meist wenige Minuten bis maximal eine Stunde und bildet sich vollständig zurück.

Wie kann man Migräne vorbeugen?

Eine konsequente Prophylaxe kann Migräneattacken reduzieren. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, ein strukturierter Schlafrhythmus, Stressmanagement, ausgewogene Ernährung sowie das Erkennen und Vermeiden individueller Trigger.

Gelten Triptane bei Migräne als sinnvolle Medikation?

Triptane gelten laut aktueller ärztlicher Leitlinie als die wirksamsten Medikamente zur Akutbehandlung schwerer Migräneattacken. Sie sind jedoch nicht für alle Betroffenen geeignet und dürfen nur nach ärztlicher Diagnose angewendet werden.

Welche nicht-medikamentösen Maßnahmen gibt es bei Migräne?

Verfahren wie Akupunktur, progressive Muskelentspannung, kognitive Verhaltenstherapie oder Biofeedback können die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken deutlich reduzieren. Zudem gelten sie als nebenwirkungsarm oder sogar nebenwirkungsfrei. Deshalb gewinnen die nicht-medikamentösen Maßnahmen auch zunehmend an Bedeutung.

Wann sollte ich ärztlichen Rat suchen?

Bei häufigen, sehr starken oder neu auftretenden Kopfschmerzen sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen. Auch wenn Medikamente nicht ausreichend wirken oder sehr häufig benötigt werden, ist eine ärztliche Beratung sinnvoll.

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Der Experte hinter diesem Artikel

Dr. Jens Behnke

Dr. Jens Behnke

Dr. Jens Behnke studierte Kommunikationswissenschaft und Philosophie und promovierte an der Europa-Universität Viadrina zur Forschung in der Komplementärmedizin.

Als Programmleiter bei der Karl und Veronica Carstens-Stiftung verantwortete er acht Jahre lang die Steuerung klinischer Forschungsprojekte, den Aufbau internationaler Kooperationen sowie die Wissenschaftskommunikation im Bereich Naturheilkunde. Er ist Autor, Speaker und steht Medien als Experte für evidenzbasierte Integrative Medizin zur Verfügung.

Nach seiner Tätigkeit als Leiter Marketing und Wissenschaftliche Kommunikation bei Dr. Reckeweg & Co. leitet er seit 2023 die Bereiche Außendienst, Key Account Management und Kommunikation bei Pflüger.

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Quellenangaben

[1] Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften [Hrsg.]. (2025). Leitlinie Therapie der Migräne für Patientinnen und Patienten.
[2] AbbVie Care [Hrsg.]. (o. J.). Chronische Migräne: Krankheitsbild.
[3] Kühnast, C. (2025). Leitlinie: Neues und Bewährtes bei Migräne. Pharmazeutische Zeitung.
[4] Stiftung Warentest [Hrsg.]. (2025). Neue Leitlinie Migräne: Mehr Hilfe für Migräne-Patienten.
[5] Meyer, R. (2020). Studien im Fokus. Migräneprophylaxe: Manuelle Akupunktur senkt Zahl der Migränetage und der Schmerzattacken. Deutsches Ärzteblatt. Ausgabe 21/2020.
[6] Kropp, P. et al. (2016). Entspannungsverfahren und verhaltenstherapeutische Interventionen zur Behandlung der Migräne. Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Nervenheilkunde. Heft 7-8, S. 502-515.
[7] Göbel, H. (2014). Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne. Springer. 7. Auflage, S. 190.
[8] Meyer, B. et al. (2016). Entspannungsverfahren. Gaul, C. & Diener H.C. [Hrsg.]: Kopfschmerzen. Georg Thieme Verlag, S. 242.
[9] MigraineBuddy [Hrsg.]. (2024). Migräne und Kognitive Verhaltenstherapie: Ein Weg zur Verhaltenssteuerung. 
[10] Kropp, P. (o. J.) Biofeedback. Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.
[11] Nobis, H.-G. et al. [Hrsg.]. (2020). Schmerz – eine Herausforderung. Springer. 22016, S. 123.
[12] Totzeck, A. & Diener, H.C. (2016). Migräne. In: Gaul, C. & Diener H.C. [Hrsg.]. Kopfschmerzen. Georg Thieme Verlag. S. 247.
[13] Witt, C. M. et al. (2010). Homeopathic treatment of patients with migraine: A prospective observational study with a 2-year follow-up period. The Journal of Alternative and Complementary Medicine. 16(4), S. 347-355.
[14] Danno, K. et al. (2013). Homeopathic treatment of migraine in children: results of a prospective, multicenter, observational study. The Journal of Alternative and Complementary Medicine. 19(2), S. 119-123.