Gesundheit ist längst mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Sie ist Ausdruck eines Lebensstils, der achtsam mit Körper und Geist umgeht. Das Bewusstsein für Prävention und der Wunsch nach aktivem Handeln für das eigene Wohlbefinden steigt. Dieser Wandel ist nicht nur im Verhalten und der Kommunikation spürbar, sondern auch in den Zahlen. 77 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihr Bewusstsein für Prävention in den letzten fünf Jahren gestiegen ist. Der Report der Deutschen Krankenversicherung (DKV) 2025 zeigt, wie sich die Einstellungen zur eigenen Gesundheit verändert haben.

Wie gesund lebt Deutschland?
Die DKV untersuchte 2025, wie gesund Deutschland lebt. Dabei wurden die Teilnehmer nach den Kriterien körperlicher Aktivität, ausgewogener Ernährung, Stressbewältigung sowie nach moderatem Konsum von Alkohol und Nikotin befragt. Laut dem DKV-Report nutzen lediglich zwei Prozent die genannten Ansätze, um auf ihre Gesundheit zu achten. Bei dem Thema Stressbewältigung liegt der Anteil von gesunden Strategien gerade einmal bei 20 Prozent.
Insgesamt zeigt die Befragung, dass Frauen beim Thema gesunde Lebensweise sichtlich besser abschneiden - besonders beim Konsum von Alkohol und Zigaretten.
74 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten zwei Jahren Vorsorge- oder Früherkennungsmaßnahmen in Anspruch genommen zu haben. Im Gegensatz dazu nahmen nur 21 Prozent an strukturierten Präventionskursen teil, die sich mit Themen wie Ernährung oder Bewegung beschäftigen – obwohl sich deutlich mehr Menschen der Bedeutung von Prävention bewusst sind. Dieses Ergebnis zeigt eine deutliche Lücke zwischen dem Bewusstsein und den Handlungen.

Ernährung und Prävention
Eine ausgewogene Ernährungsweise kann den Körper gezielt mit allem versorgen, was ihn schützt und stärkt. Die richtige Wahl der Lebensmittel trägt dabei zur Vorbeugung von Krankheiten bei und kann das Wohlbefinden nachhaltig fördern. Frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, ballaststoffreiche Vollkornprodukte und hochwertige Fette aus Nüssen oder pflanzlichen Ölen fördern nicht nur ein stabiles Immunsystem, sondern wirken auch entzündungshemmend und regulierend auf den Stoffwechsel.
Wer regelmäßig zu nährstoffreichen Lebensmitteln greift und den Konsum von Zucker, rotem Fleisch und stark verarbeiteten Produkten reduziert, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck vor. Ein ausreichende Flüssigkeitszufuhr bildet die Basis, um Körper und Geist in Balance zu halten. Eine ausgewogene Ernährung ist also eine stille, aber wirkungsvolle Form der Selbstfürsorge.
Prävention durch Bewegung
Bewegung stärkt den Kreislauf, hält das Gleichgewicht in Schach, reduziert das Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes und fördert das psychische Wohlbefinden. Nicht zuletzt tragen regelmäßige körperliche Aktivitäten zur Krebsprävention bei und stärken unser Immunsystem.
An Arbeitstagen verbringen jedoch viele Menschen in Deutschland durchschnittlich zehn Stunden sitzend. Das kann langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen. Umso wichtiger ist es, sich bewusst Pausen zu gönnen und diese Sitzzeiten aktiv zu unterbrechen. Der Schlüssel liegt darin, Gewohnheiten zu überwinden. Die Sitzzeiten können durch kurze Bewegungspausen, alternative Arbeitsformen oder bewusste Routinen reduziert werden.

Achtsam im Alltag
Neben der körperlichen Aktivität spielt auch der Umgang mit Stress eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit. Denn für viele gehört Stress zum modernen Leben dazu. Dass nur 59 Prozent der Befragten im DKV-Report einen positiven Wohlfühlwert erreichen, zeigt, dass es Vielen schwerfällt, einen gesunden Umgang damit zu finden. Doch genau hier liegt ein weiterer Schlüssel zu einem gesunden Lebensstil: Wer soziale Kontakte pflegt und sich Zeit für sich selbst nimmt, lebt insgesamt gesünder. Besonders Menschen, die regelmäßig Achtsamkeitsübungen wie Meditation integrieren, erfahren ein höheres subjektives Wohlbefinden.
Digitale Gesundheitskompetenz
Es werden immer mehr Informationen über digitale Kanäle wie Online-Sprechstunden, digitale Foren oder Gesundheits-Apps zur Verfügung gestellt. Rund 70 Prozent der Befragten nutzen Internetseiten, um sich einen eigenverantwortlichen Umgang mit der Gesundheit zu ermöglichen. Auch Social-Media-Kanäle werden häufig für diesen Zweck verwendet. Apps hingegen finden bislang nur selten Anwendung. Die Hürde liegt dabei nicht im Umgang mit den digitalen Tools, sondern in der Kompetenz, Informationen richtig zu verstehen und übertragen zu können. Nur wer weiß, welche Informationen korrekt sind und was tatsächlich hilfreich ist, kann die digitalen Tools sicher nutzen.
Apps können zwar unseren Alltag bereichern, indem sie Gesundheit messbar und sichtbar machen, jedoch sollten sie kein Ersatz für Menschlichkeit sein. Medizinisches Fachpersonal bleibt die vertrauenswürdigste Quelle. Die Kombination aus digitaler Unterstützung und persönlicher Beratung schafft mehr Flexibilität und Komfort.
Auf dem Weg zu einem gesünderen Leben
Prävention entwickelt sich zu einem festen Bestandteil des täglichen Lebens. Doch trotz des zunehmenden Bewusstseins und des Zugangs zu vielfältigen Angeboten gibt es noch viel Raum zur Verbesserung. Prävention wirkt nur dann nachhaltig, wenn sie sich in den Alltag integrieren lässt.
