Adenomyose Endometriose Bauch Verdauung

Adenomyose: Ursachen, Symptome & ganzheitliche Behandlung

Starke Blutungen und wehenartige Krämpfe rauben während der Menstruation jede Kraft. Oft jagt ein Arztbesuch den nächsten, bis endlich Klarheit herrscht. Der Verdacht fällt dann schnell auf Endometriose. Dabei verursacht eine Adenomyose ganz ähnliche Symptome und tritt sogar häufiger auf. Wir erklären den Unterschied.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei einer Adenomyose wächst Gewebe direkt in die Muskelschicht der Gebärmutterwand.
  • Symptome sind starke Monatsblutungen und Krämpfe sowie chronische Unterleibsschmerzen.
  • Adenomyose ist eine der Endometriose verwandte Erkrankung, unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten.
  • Ganzheitliche Behandlungen, Bewegung und Mineralstoffe unterstützen Betroffene wirkungsvoll in ihrem Alltag.

Was ist Adenomyose?

Eine Adenomyose gilt als gutartige chronische Erkrankung der Gebärmutter. Dabei wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, direkt in die Muskelschicht (Myometrium) der Gebärmutterwand (Uterus).[1] Diese sogenannten Adenomyose-Herde reagieren zyklisch mit den Hormonen Östrogen und Progesteron und können starke Beschwerden verursachen. Die Herde treten entweder gleichmäßig verstreut (diffus) oder als Knoten (fokal) auf.[2]

Schätzungsweise sind etwa 20 bis 35 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter, zwischen 15 und 49 Jahren, betroffen.[3] Dennoch bleibt die Erkrankung bei vielen Betroffenen über Jahre hinweg unerkannt, ähnlich wie bei einer Endometriose.

Ursachen und Risikofaktoren: Wie entsteht eine Adenomyose?

Genaue Ursachen für eine Adenomyose-Erkrankung können bislang nicht konkret benannt werden. Mediziner gehen jedoch davon aus, dass eine Kombination aus hormonellen, mechanischen und entzündlichen Faktoren als Auslöser gilt.[2]

Entscheidende Risikofaktoren scheinen eine frühe erste Menstruation, kurze Menstruationszyklen unter 24 Tagen und Übergewicht zu sein. Auch frühere operative Eingriffe an der Gebärmutter sollen das Erkrankungsrisiko erhöhen.[3]

Adenomyose oder Endometriose: Die Unterschiede

Über eine lange Zeit hinweg galt die Adenomyose als eine Unterform der Endometriose. Früher wurde die Erkrankung als „Endometriose des Uterus“ bezeichnet, da sich die Gewebewucherungen ähneln. Neure wissenschaftliche Untersuchungen belegten jedoch deutliche Unterschiede der Erkrankungen. Deshalb gilt die Adenomyose heute als eigenständige Erkrankung.[1]

Ort der Gewebewucherungen: 

Bei einer Endometriose wächst das Gewebe außerhalb der Gebärmutter z. B. an Eierstöcken, Darm und Blase. Bei der Adenomyose wächst das Gewebe innerhalb der Gebärmutter.[2]

Diagnose:

Eine Adenomyose lässt sich in der Regel durch bildgebende Verfahren wie dem vaginalen Ultraschall und MRT zuverlässig diagnostizieren. Eine Endometriose konnte bis zuletzt nur durch eine operative Bauchspiegelung sicher festgestellt werden, inzwischen gibt es jedoch auch für die Endometriose neue nicht operative Empfehlungen für eine sichere Diagnose.[1]

Podcast Folge #9: Endometriose

Erfahren Sie, warum die Diagnose so lange dauert, welche Rolle Ernährung und (Mikro)Nährstoffe spielen und wie Betroffene mehr Lebensqualität zurückgewinnen.

Diese Symptome deuten auf eine Adenomyose hin

Wie auch bei der Endometriose verspüren Betroffene Frauen die Symptome sehr individuell. Etwa ein Drittel aller Frauen haben keine Beschwerden.[3] Zu den häufigsten Anzeichen einer Adenomyose zählen:[1][2]

  • Starke Monatsblutungen (Hypermenorrhö), oft mit langer Blutungsdauer und unregelmäßigen Zwischenblutungen

  • Wehenartige Krämpfe (Dysmenorrhö) vor und während der Menstruation

  • Chronische Unterleibsschmerzen

  • Müdigkeit und Erschöpfung

Die starke monatliche Blutung begünstigt oft einen Eisenmangel, der in schweren Fällen zur Blutarmut (Anämie) führen kann. Diese macht sich vor allem durch Erschöpfung und Konzentrationsprobleme bemerkbar.[3]

Durch eine Adenomyose-Erkrankung können Frauen eine niedrigere Schwangerschaftsrate haben. Außerdem steigt bei Betroffenen das Risiko für:[1][3]

  • Fehlgeburten

  • Frühgeburten

  • Schwangerschaftsvergiftung (Präklampsie)

  • Komplikationen während einer Schwangerschaft

  • Blutverlust nach der Geburt (postportale Hämorrhagie)

Fachzentren können Frauen bei einem Kinderwunsch durch individuell abgestimmte Therapien unterstützen und dadurch die Chancen auf eine Empfängnis sowie auf eine unkomplizierte Schwangerschaft erhöhen.

Dyspareunie: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Eine weitere mögliche Belastung durch Adenomyose können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) sein. Diese Schmerzen werden durch entzündetes Gewebe verursacht und sind „im Unterleib, im Bereich der Schamlippen, der Klitoris oder im Bereich der Scheide“ spürbar.[7] Offene Kommunikation und eine ärztliche Beratung können hier helfen, Lösungen für eine schmerzfreie Intimität zu finden.

Der Weg zur Diagnose

Früher stellten Ärzte die Diagnose Adenomyose oft erst nach einer operativen Gebärmutterentfernung. Heute ermöglichen moderne Verfahren eine schonende Diagnose ohne operativen Eingriff. Ärzte verwenden primär den vaginalen Ultraschall. Dabei werden Wandstrukturen und die Größe der Gebärmutter detailliert begutachtet.[1]

Im Ultraschallbild zeigt sich die Gebärmutter bei einer Adenomyose häufig vergrößert und asymmetrisch. Außerdem fällt die sogenannte Junktionalzone zwischen Schleimhaut und Muskelschicht deutlich breiter aus.[1]

FRAUENbewusst – Der Podcast von Pflüger

Wissen rund um Themen zur Frauengesundheit wie den weiblichen Zyklus, körperliches und geistiges Wohlbefinden und eine gesunde Ernährung.

Behandlungsmöglichkeiten bei Adenomyose

Die Therapie richtet sich nach individuellen Beschwerden und Kinderwunsch.

Hormonpräparate wie die Gestagen-Pille oder kombinierte Antibabypillen unterdrücken das Wachstum des Gewebes und verhindern starke Blutungen. Zur Linderung starker Schmerzen werden zusätzlich Schmerzmittel verschrieben.[1]

Von operativen Methoden wird erst bei starkem Leidensdruck Gebrauch gemacht. Die Adenomyose-Herde können dann, wie bei einer Endometriose, über eine Bauchspiegelung entfernt werden. Nur in besonders schweren Verläufen ist die operative Entfernung der Gebärmutter notwendig. Ansonsten wird von dieser Methode abgesehen, um Betroffenen einen späteren Kinderwunsch weiterhin offenzuhalten.[1]

Neue radiologische Verfahren wie Ultraschallbündelungen werden aktuell noch in klinischen Studien erprobt.[1]

Ganzheitliche Unterstützung

Ganzheitliche Maßnahmen können die Behandlung der Beschwerden einer Adenomyose ergänzend unterstützen:[1][2]

  • Regelmäßige Entspannungsübungen: Yoga oder Atemübungen helfen bei der Entlastung des Beckenbodens.

  • Wärmeanwendungen: Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen kann die Durchblutung fördern und krampfartige Schmerzen lindern.

  • Kräutertees: Ein Kamillentee kann beruhigen und krampflösend wirken.

  • Ernährung: Eine antientzündliche Ernährung mit frischem Gemüse und gesunden Fetten kann die Beschwerden lindern und das Wohlbefinden steigern.

  • Naturheilkundliche Mittel: Die „Heiße 7“ fördert Entkrampfung und Entspannung. Außerdem können Pflügerplex® Fraxinus 339 H und Pflügerplex® Helonias 227 H unterstützen.

Mehr zu Adenomyose und Endometriose?

Für alle, die tiefer in das Thema Endometriose einsteigen möchten

In Folge 9 „Endometriose“ unseres Podcasts FRAUENbewusst sprechen Heilpraktikerin Saskia Straße von Ridder und Noëlle Grzanna, Gründerin von „One in Ten“, mit persönlicher Erfahrung und Praxiswissen über Diagnostik, Nährstoffe, den Umgang mit chronischen Schmerzen und auch über die verwandte Krankheit Adenomyose.

Zum Podcast

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Adenomyose

Was ist der Unterschied zwischen Endometriose und Adenomyose?

Bei der Endometriose siedelt sich verändertes Gewebe außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum an. Bei der Adenomyose wächst dieses Gewebe direkt in die muskuläre Gebärmutterwand hinein. Zudem lässt sich eine Adenomyose zuverlässiger diagnostizieren, mittels Ultraschalls.

Welche Symptome treten bei einer Adenomyose auf?

Häufig aufkommende Beschwerden sind:

  • Starke Monatsblutungen

  • Zwischenblutungen

  • Krampfartige Regelschmerzen

  • Chronische Unterleibsschmerzen

Einige Frauen leiden zudem unter Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Etwa ein Drittel der Betroffenen weist keine Symptome auf.

Kann man mit einer Adenomyose-Diagnose Kinder bekommen?

Ja. Eine Adenomyose kann die Fruchtbarkeit zwar einschränken, schließt eine Schwangerschaft aber keineswegs aus. Mit der Erkrankung steigt allerdings das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen sowie für Fehl- und Frühgeburten. 

Fachzentren können Frauen bei einem Kinderwunsch durch individuell abgestimmte Therapien unterstützen und dadurch die Chancen auf eine Empfängnis sowie auf eine unkomplizierte Schwangerschaft erhöhen.

Ist eine Adenomyose heilbar?

Eine vollständige Heilung ist ohne die Entfernung der Gebärmutter nicht möglich. Nach den Wechseljahren kann sich die Erkrankung durch den sinkenden Hormonspiegel jedoch von selbst zurückbilden. Bis dahin gibt es Therapiemöglichkeiten (Hormonpräparate, Schmerzmittel), welche die Beschwerden wirkungsvoll lindern können.

Die Entfernung der Gebärmutter wird nur in besonders schweren Fällen und unter Berücksichtigung einer möglichen Familienplanung in Betracht gezogen.

In welchem Alter tritt eine Adenomyose auf?

Eine Adenomyose betrifft Frauen im gebärfähigen Alter (zwischen 15 und 49 Jahren). Besonders häufig wird die Diagnose bei Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr gestellt. Eine frühe erste Menstruation, ein kurzer Zyklus von unter 24 Tagen sowie Übergewicht können das Risiko einer Adenomyose erhöhen.

Was hilft schnell bei Schmerzen und Krämpfen?

Ganzheitliche Maßnahmen können spürbare Linderung verschaffen:

Unsere Produktempfehlung für Sie

Die Expertin hinter diesem Artikel

Birgit Brügge

Birgit Brügge

Birgit Brügge ist Heilpraktikerin und Darmtherapeutin. Ihre Ausbildungen zur PKA und PTA legten den Grundstein für ihre Laufbahn im Gesundheitswesen. 

Mit langjähriger Erfahrung in der ganzheitlichen Naturheilkunde verbindet sie in ihrer Heilpraxis in Oelde Schüßler-Salze, Triggerpunktmassage und Darmtherapie mit Blutlabor- und Stuhldiagnostik zu einem individuellen Behandlungskonzept. Eine Dorn-Breuß-Ausbildung und der Erwerb von Lizenzen für Kinder-, Präventions- und Laufsport ergänzen ihre Expertise. 

Ihr Wissen gibt sie nicht nur in der Praxis weiter, sondern auch in Vorträgen und Seminaren. Sie ist Mitglied im Bund Deutscher Heilpraktiker und Teil der medizinischen Fachberatung von Pflüger.

Das könnte Sie auch interessieren

Quellenangabe

[1] Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. (2025). Was ist Adenomyose?

[2] Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. (o. D.). Adenomyose – eine unterschätzte Erkrankung der Gebärmutter.

[3] One in Ten. (o. D.). Adenomyose – Symptome, Diagnose & Behandlung.