Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der in Blutkörperchen, Muskeln, Gehirn, Nerven, Herz und Knochen vorkommt. Er wird oft auch als das „Energie-Mineral“ bezeichnet, weil er sowohl die Muskelfunktion als auch ein gesundes Nervensystem unterstützt. Gerade in stressigen oder körperlich anstrengenden Phasen trägt Magnesium wesentlich zum allgemeinen Wohlbefinden bei.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Körper stellt den lebenswichtigen Mineralstoff nicht selbst her und benötigt eine tägliche Zufuhr.
- Der Tagesbedarf liegt bei Erwachsenen etwa bei 300 bis 350 mg Magnesium.
- Kürbiskerne, Nüsse und Vollkornprodukte enthalten viel Magnesium.
- Erhöhter Bedarf besteht in Wachstumsphasen, im Alter oder bei der Einnahme von Medikamenten.
- Ein Mangel kann Muskelkrämpfe, Müdigkeit oder Herzrhythmusstörungen verursachen.
Warum Magnesium wichtig für den Körper ist
Die Bezeichnung Energie-Mineral ist der Eigenschaft zuzuschreiben, dass Magnesium im Körper überschießende Stressreaktionen reduziert und vermeidet. Hierdurch werden wir widerstandsfähiger gegenüber Stress und schneller Erschöpfung wird vorgebeugt. Steigernd wirkt sich Magnesium auch auf die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit aus.
Insgesamt ist Magnesium an über 300 Stoffwechselreaktionen beteiligt und erfüllt lebenswichtige Aufgaben im Körper. Zu den wichtigsten Funktionen zählen:
- Beitrag zum normalen Energiestoffwechsel
- Unterstützung von Muskelfunktion und Nervensystem
- Unterstützung normaler psychischer Funktion
- Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung
- Unterstützung der Eiweißsynthese und des Elektrolytgleichgewichts
- Erhaltung normaler Knochen und Zähne
- Beitrag zur Zellteilung
Da Magnesium zu den essenziellen Mikronährstoffen zählt, kann es nicht selbständig vom Körper gebildet werden. Daher muss regelmäßig eine ausreichende Menge Magnesium über die Nahrung aufgenommen werden.
Tagesbedarf: Wie viel Magnesium braucht man täglich?
Der Tagesbedarf an Magnesium ist abhängig vom Geschlecht und Alter. Auch Schwangerschaft und Stillzeit beeinflussen den Bedarf. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt der Richtwert bei 4,5 mg Magnesium pro Kilogramm Körpergewicht.
| Alter | Tagesbedarf |
|---|---|
| 4 bis 7 Jahre | 190 mg |
| 7 bis 10 Jahre | 240 mg |
| 10 bis 12 Jahre | Männlich: 260 mg | Weiblich: 230 mg |
| 13 bis 14 Jahre | Männlich: 280 mg | Weiblich: 240 mg |
| 15 bis 18 Jahre | Männlich: 330 mg | Weiblich: 260 mg |
| ab 19 Jahren | Männlich: 350 mg | Weiblich: 300 mg |
| Schwangere | 300 mg |
| Stillende | 300 mg |
Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Stand 2021
Magnesium-Mangel: Ursachen und Symptome
Magnesium ist in vielen Lebensmitteln enthalten, so dass der Körper mit einer ausgewogenen Ernährung normalerweise genug Magnesium erhält. Eine Studie[1] aus Frankreich zeigt jedoch, dass 75 % der Männer und 77 % der Frauen den täglichen Minimalbedarf an Magnesium durch die Nahrung nicht decken.
Häufige Ursachen sind:
- unausgewogene Ernährung
- intensiver Sport oder Stress
- Schwangerschaft
- chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Glutenunverträglichkeit
- akute Erkrankungen mit Erbrechen oder Durchfall
- hoher Alkoholkonsum
Außerdem können bestimmte Medikamente als sogenannte “Mikronährstoffräuber” den täglichen Magnesiumbedarf erhöhen. Darunter fallen z. B. Diuretika (entwässernde Medikamente), Cortison, Protonenpumpenhemmer (Säureblocker) oder orale Kontrazeptiva (Verhütungsmittel).
Typische Symptome bei Magnesium-Mangel
Ein Magnesium-Mangel kann sich durch unterschiedliche Beschwerden äußern, darunter:
- Muskelkrämpfe, besonders Wadenkrämpfe sowie Muskelzucken (z. B. an Augen oder Mundwinkeln)
- Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsschwäche
- Kopfschmerzen und Menstruationskrämpfe
- Schlafstörungen
- Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Herzrasen
Magnesium richtig dosieren
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfehlen bei Nahrungsergänzungsmitteln eine Höchstmenge von 250 mg Magnesium pro Tag, verteilt auf mindestens zwei Portionen.
Eine Nebenwirkung von Magnesium kann leichter, harmloser Durchfall sein. Die persönliche Verträglichkeit von Magnesium ist sehr individuell. Tritt Durchfall auf, sollte die Gesamtmenge über den Tag verteilt oder die Dosis reduziert werden.
Werden erhöhte Werte im Blutserum über 1,6 Millimol pro Liter festgestellt (Magnesium-Überdosierung), können Beschwerden wie Übelkeit und ein Abfall des Blutdrucks auftreten. Hochdosierte Präparate (> 300 mg) sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
Magnesiumreiche Lebensmittel
Gute Quellen für Magnesium in der Nahrung sind unter anderem Nüsse, dunkle Schokolade, Vollkornprodukte grünes Gemüse oder Hülsenfrüchte. Tipp: Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und grünem Gemüse deckt den Magnesiumbedarf meist zuverlässig. Weitere Tipps für eine gesunde Ernährung finden Sie hier.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Magnesium
Wie hoch ist der tägliche Magnesium-Bedarf?
Der tägliche Bedarf hängt von Alter, Geschlecht und Lebenssituation ab. Erwachsene benötigen laut DGE etwa 300 bis 350 mg Magnesium pro Tag. Kinder und Jugendliche brauchen je nach Alter zwischen 190 und 330 mg täglich.
Welche Symptome deuten auf Magnesium-Mangel hin?
Ein Mangel kann sich durch verschiedene Beschwerden äußern. Typische Anzeichen sind Muskelkrämpfe, Muskelzucken am Auge oder Mundwinkel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme und in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck.
Welche Lebensmittel enthalten viel Magnesium?
Besonders magnesiumreiche Lebensmittel sind Kürbiskerne (550 mg/100 g), dunkle Schokolade (300 mg/100 g), Wildreis (170 mg/100 g), Linsen (129 mg/100 g), Nüsse, Vollkornprodukte und grünes Blattgemüse.
Kann man zu viel Magnesium einnehmen?
Ja. Eine zu hohe Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel (über 300 mg pro Tag zusätzlich) kann Durchfall, Übelkeit oder einen Blutdruckabfall verursachen und zu einer Magnesium-Überdosierung führen. Deshalb empfiehlt die EFSA eine Obergrenze von 250 mg pro Tag aus Supplementen. Bei hochdosierten Präparaten sollte eine ärztliche Rücksprache erfolgen.
Wann sollte man Magnesium einnehmen – morgens oder abends?
Magnesium kann zu jeder Tageszeit eingenommen werden. Viele Menschen berichten jedoch, dass eine Einnahme am Abend hilfreich gegen nächtliche Muskelkrämpfe ist und den Schlaf unterstützt. Wichtig ist vor allem, die Einnahme regelmäßig durchzuführen und auf eine gute Verträglichkeit zu achten.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für Magnesium-Mangel?
Gefährdet sind Menschen mit unausgewogener Ernährung, ältere Menschen, Sportler, Schwangere, Stillende sowie Personen, die bestimmte Medikamente (z. B. Diuretika, Protonenpumpenhemmer) einnehmen. Auch chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie erhöhen das Risiko.
Kann Magnesium beim Sport helfen?
Ja. Magnesium unterstützt die Muskelfunktion und kann helfen, Muskelkrämpfe und Erschöpfung zu vermeiden. Besonders Ausdauersportler und Menschen mit hoher körperlicher Belastung profitieren von einer ausreichenden Magnesiumzufuhr.







